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Warum Herr Pufpaff keine Pizza bestellt

08.01.2012 | 15:19 Uhr
Warum Herr Pufpaff keine Pizza bestellt

Moers.Malte Sebastian Pufpaff kennt Moers nur verregnet. Der Kabarettist hatte im Sommer das Comedy-Arts Festival überwiegend in strömendem Regen moderiert.

„Als wir Pufpaff gefragt haben, ob er nach Moers kommen würde, hat er gerne zugesagt – wenn er ein festes Dach über dem Kopf haben würde“, so begrüßte Holger Ehrich, der künstlerische Leiter des Comedy-Arts-Festivals, humorvoll die gut 220 Besucher, die am Freitagabend zu Pufpaffs Soloshow „Warum!“ ins Bollwerk gekommen waren.

Diesmal musste niemand im Regen stehen. Nach wenigen Minuten hatte Pufpaff das Publikum für sich gewonnen. Das einzige Nass, das an diesem Abend reichlich floss, waren Lachtränen. Es gab sie gleich zu Beginn, als Pufpaff von seiner „echt schweren“ Kindheit berichtete, die ihm sein Name beschert hätte. „Nein, Pufpaff ist kein Künstlername – freiwillig hätte ich mir doch einen besseren Namen ausgesucht.“

Schon früh in seinem Leben habe er sich entscheiden müssen entweder depressiv oder witzig zu sein, berichtete der Kabarettist. Es folgten einige Anekdoten zu seinem Namen von der Einschulung bis hin zu dem Umstand, dass er für den plötzlichen Hunger immer eine Dose Ravioli im Haus haben müsse. „Eine Pizza zu bestellen geht nicht. Spätestens wenn ich meinen Name nenne, wird einfach aufgelegt.“

Gut zwei Stunden lang unterhielt Pufpaff sein Publikum aufs Beste. Dabei ging es neben banalen Alltäglichkeiten quer durch die Weltpolitik. Er streifte aktuelle Themen wie den Aufruhr um Wulff, machte nicht Halt vor der Umwelt („Lichtschalter machen Licht. Windräder machen Wind. Wenn die Windräder still stehen, weht kein Wind mehr.“) oder der Tierwelt (Hütehunde haben gar keine Hüte) und rief dazu auf, dass alle alles hinterfragen sollten. „Es wird zu viel gelogen. Verändern Sie die Welt!“ forderte er. Eine Veränderung könnte sein, dass der „Stinkefinger“ nicht mehr negativ, sondern künftig als Zeichen dafür stehen solle, dass man eine Idee hat. „Sie müssen kollektiv zusammen halten, wenn Sie alle das tun, dann klappt das!“

Zum Schluss gab es nach frenetischem Applaus eine Zugabe: Pufpaff schälte sich aus seinem schwarzen Anzug mit weißem Hemd und Krawatte, präsentierte sich darunter in einem blau-lila scheinendem Gymnastikdress und tänzelte mit einem gelben Band für die Botschaft: Alles ist möglich!

Angelika Küpperbusch

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