Warten auf Emma Thompson in Moers

Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Welcher Aufwand bei internationalen Filmproduktionen getrieben wird, war gestern zwischen Amtsgericht und Kastellplatz zu sehen

Moers..  Um es vorweg zu nehmen: Fast hätte das Warten sich gelohnt. Aber eben nur fast, denn der Verfasser dieser Zeilen starrte just in dem einen entscheidenden Moment zu Boden, in dem Emma Thompson, die zweifache Oscar-Preisträgerin, über die Haagstraße huschte. Den Aufschrei „Das war Emma Thompson!“ zu vernehmen, klingt nach solch einer verpassten Chance wie der blanke Hohn.

Immerhin war da noch das, was man gemeinhin den „Set“ nennt, der ortskundige Moerser hingegen als zugeparkte Haagstraße identifizierte. Die Dreieinhalbtonner und Transporter mit Kennzeichen aus Hamburg und Köln säumten vom Hafthaus bis fast zum Neumarkt die Straße, am Kastellplatz vor dem „Fiddlers“ waren sie gar zu einer Art Wagenburg gruppiert – obwohl doch ein Film über den Widerstand gegen das NS-Regime und kein Western gedreht wurde.

Zwischen Wagenburg und Eingang zum Hafthaus herrschte gestern so um die Mittagszeit ein munteres Treiben.

Menschen meist jüngeren Alters waren mit hochwichtiger Miene, kleinen Funkgeräten, großen Klemmbrettern oder auch nur zusammengerollten Papieren bewaffnet höchst geschäftig unterwegs, derweil die im Innenhof der Wagenburg stehenden Bierzeltgarnituren sicher verwahrt standen.

Zeit ist Geld in der Filmbranche

Ein junger Mann sauste mit einem Elektroroller über die Haagstraße, offenbar viel zu beschäftigt, um die paar Meter zu Fuß zurückzulegen. Time is money, Zeit ist Geld – dieser Satz scheint auch in der Filmbranche seine Berechtigung zu haben. Obwohl man sich die mobile Küche, an deren Theke sich die Filmleute gütlich taten, gut und gerne hätte sparen können, gruppieren sich doch rund um den Kastellplatz beliebte Gastronomien, die sich sicherlich nicht zu schade gewesen wären, auch mal einen Weltstar zu bedienen.

Aber, wie gesagt, den Weltstar hat der Verfasser dieser Zeilen verpasst. Denn just in dem entscheidenden Moment tauchte ein Mann vom Set mit einem süßen wuscheligen Hund auf, der sich direkt vor die Füße des Verfassers setzte und – nun ja. Kann jedem mal passieren. Und vielleicht war’s wenigstens der Hund von Emma Thompson...