Wahlkampf in der SPD
01.05.2009 | 22:00 Uhr 2009-05-01T22:00:00+0200Um die Nachfolge von Elke Talhorst im Landtag. Jetzt offiziell Ibrahim Yetim und Mark Rosendahl. Carmen Weist scheiterte
Die erste Wahl ist gelaufen. Dass es überhaupt eine wurde, ist die dickste Überraschung. Nicht im SPD-Ortsverein Rheinkamp, wo Mark Rosendahl einstimmig als potenzieller Landtagskandidat nominiert wurde. Dafür aber in Moers, wo Ortsvereinschef Ibrahim Yetim sich plötzlich Carmen Weist gegenübersah, die offenbar kurzfristig entschieden hatte, ebenfalls die Nachfolge von Elke Talhorst antreten zu wollen. Ohne Erfolg. Die Wahlkreis-Konferenz wird Yetim oder Rosendahl ins Rennen schicken.
Eigentlich eine Formsache
Eigentlich sollte es nur noch Formsache sein in einer Woche, in der die SPD Stärke demonstrieren konnte. Die brisanten Themen ruhen, mit dem Rathaus-Projekt und neuen Prosa-Ergebnissen im Rücken verlief die Wahl des Stadtverbandsvorstands äußerst harmonisch. Äußerlich jedenfalls. Als Yetim, der Chef des größten Ortsvereins, mit 49 von möglichen 61 Stimmen eines der schlechtesten Ergebnisse bei den Beisitzerwahlen erzielte, war das ein deutliches Signal, dass der interne Wahlkampf längst begonnen hat.
Weit mehr überraschte schließlich der Vorstoß von Weist, im übrigen auch die Genossen Peter Kiehlmann in Rheinkamp und Jochen Gottke in Neukirchen. Die stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende stand in den letzten Monaten – über die Nachfolge von Talhorst wird ja nicht erst seit ihrer Rücktrittsankündigung spekuliert – nie auf der Liste. Yetim sagt dazu knapp: „Es ist ihr Recht, zu kandidieren.” Zu etwaigen Folgen der deutlichen Ablehnung im Ortsvereinsvorstand: „Das kann ich nicht einschätzen, das ist Sache der Mitglieder.”
Der türkischstämmige Sozialdemokrat hatte, nicht zuletzt nach den Beisitzerwahlen, eine geheime Abstimmung gewollt, „um zu sehen, wo ich wirklich stehe. Wenn ich da jetzt mit sieben Stimmen knapp das Rennen gemacht hätte, wäre eine Kandidatur sinnlos gewesen.” So setzte sich Yetim mit 15 zu zwei Stimmen bei zwei Enthaltungen durch. „Das macht mich sehr optimistisch. Auch, dass der Stadtverband derzeit so kräftig ist. Das hängt immer vom Zustand unseres Ortsvereins ab.” Aber Yetim sagt auch: „Die SPD ist soweit, einen türkischstämmigen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Aber glaubt sie, dass auch die Gesellschaft soweit ist?”
Schützenhilfe vom Gegner
Schützenhilfe bekommt „Ibo” da von Kontrahent Mark Rosendahl. „Abstammung oder Ortsverein dürfen keine Rolle spielen, hier geht's um die politische Bewertung.” Rosendahl sieht sich nach 20 Jahren im Stadtrat gerüstet und fähig für die Aufgaben in Düsseldorf. Außerdem ist er, anders als Yetim, praktisch in der Moerser SPD aufgewachsen.
Spannend wird, wie sich die Neukirchener stellen. Zuletzt wurde gemunkelt, es gebe Vorbehalte gegen Rosendahl. Bürgermeister-Kandidat Jochen Gottke betonte gestern für sich: „Nein, eher im Gegenteil. Denn den Mark Rosendahl kenne ich persönlich über 25 Jahre.”
23:51
Aha! Den Hans Gerd Rötters kennt er vermutlich genauso lange! Hat bei der AWO aber richtig Stimmung begracht!