Von Moers nach Duisburg in 40 Minuten

Foto: Kai Kitschenberg
Was wir bereits wissen
Wer auf die andere Rheinseite zu seiner Arbeitsstätte will, hat nicht allzu viele Alternativen. Für zahlreiche Autofahrer heißt es daher täglich: Fasse Dich in Geduld.

Am Niederrhein..  Gemeinhin sind die Stadtväter glücklich, wenn ihre Stadt bei einem Ranking auf Platz 1 landet. Ob man in Moers über den 1. Platz bei den „Ein- und Auspendlerquoten der Großstädte Nordrhein-Westfalens“ froh sein darf, beurteilen am besten die Pendler.

Legt man die Zahlen 2014 der IT NRW (ehemals Landesamt für Statistik) zugrunde, so sind diese beachtlich: Täglich pendeln knapp 27 000 Menschen nach Moers hinein und knapp 30 000 aus Moers hinaus. Betrachtet man die Pendlerströme allein zwischen Moers und Duisburg, so fahren rund 9300 Moerser täglich nach Duisburg zur Arbeit, während etwa 6500 Duisburger sich auf den Weg zu ihrem Job nach Moers machen.

Täglich über den Rhein

Dr. Ralf Bode ist einer derjenigen, die täglich nach Duisburg pendeln. Der Maschinenbauingenieur, von seinem Arbeitgeber Siemens als „Erfinder des Jahres“ ausgezeichnet, fährt oder schleicht mit dem Auto von der Moerser Innenstadt nach Duisburg-Hochfeld. Wie viele andere Pendler auch hat er unter Brückensperrungen, Baustellen und Dauerstau zu leiden.

Als „eine ganz frische Wunde“ bezeichnete Ralf Bode gestern die Frage dem Zeitaufwand, den er für seinen rund 14 Kilometer langen Arbeitsweg aufwenden muss: Am Montagmorgen waren es sage und schreibe 40 Minuten. „Meine total ausgeklügelte Ausweichroute hat ‘ne neue Baustelle“, seufzte der Ingenieur. Brückenarbeiten, einspurige Verkehrsführung, das war’s: „Stau bis zum Horizont.“ An die Baustelle an der Düsseldorfer Straße in Schwafheim hatte er sich ja schon fast gewöhnt. Wäre die A 40 denn keine Alternative? Nicht wenn ein paar Schneeflocken gefallen sind, meint Bode.

Nun hat nicht jeder das Glück, total ausgeklügelte Ausweichrouten zu besitzen. Beispielsweise Manuela Buchholz: Auch sie pendelt, und zwar mit dem Auto von der Moerser Innenstadt zum Duisburger Hauptbahnhof und von dort mit dem Zug weiter in die Düsseldorfer City. Je nach Verkehrs-, Unfall- und Staulage benötigt die Personalreferentin mal weniger als eine halbe Stunde, mal mehr als das Doppelte.

Wäre die Buslinie SB 30 nicht eine Alternative bis zum Duisburger Hauptbahnhof? Kaum, denn der Bus fährt fast exakt die gleiche Strecke, braucht somit ebenso lange wie ein Pkw. Und wie sieht’s mit dem „Niederrheiner“ aus, also mit der Bahnlinie? Nur bei wirklich langen Staus auf der A 40 bietet die Bahnverbindung eine Zeitersparnis. Denn eines, so Manuela Buchholz, dürfe man nicht vergessen: Man muss im morgendlichen Berufsverkehrs ja erst mal bis zum Moerser Bahnhof kommen...