Von Hexen und Zauberern

Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Internationaler Museumstag im Schloss und im Musenhof mit vielen Besuchern

Moers..  Früher wurden sie verfolgt und verbrannt, heute schauen ihnen nicht nur Kinder gebannt zu. Der Internationale Museumstag stand im Zeichen von Hexerei und Zauberei. Das Grafschafter Museum im Schloss und der Musenhof nebenan zogen die Besucher mit Zauberkünstlern, Gauklern und Kräuterfrauen in den Bann.

Im Mittelpunkt stand die Sonderausstellung „Da selbsten ein Anfang zu brennen gemacht. Aberglaube und Hexenwahn am Niederrhein“. Diana Finkele, Leiterin des Grafschafter Museums, berichtete in ihren Führungen, dass die Hexenverfolgungen am Niederrhein kein Phänomen des Mittelalters waren. „Das zog sich bis in die frühe Neuzeit, erst 1738 fand die letzte Verbrennung statt“, so Finkele, die die Besucher mit viel Fachwissen durch die sehr anschauliche Ausstellung begleitete. „Die Ausstellung ist so bunt gehalten, um darzustellen, dass wir eben nicht über das ‚dunkle Mittelalter‘, sondern über die frühe Neuzeit sprechen“, erklärte die Museumsleiterin. „Die Farben Orange, Rot und Gelb stehen für das Feuer auf dem Scheiterhaufen.“

Zum Geständnis gezwungen

Auch wenn der Niederrhein im Vergleich zu anderen Regionen wenige Hexenverbrennungen erlebte, konnten die Besucher Geschichten über Einzelschicksale aus der Region lesen und Hexenverhörprotokolle hören. Auch ein Folterkerker ist nachgebaut worden. „Hier wurden die vermeintlichen Hexen stundenlang gequält und zum Geständnis gezwungen“, schilderte Finkele. Wie diese Massenhysterie entstehen konnte, ist nicht eindeutig geklärt: „Aberglaube, Missernten, Seuchen, Kriege und die lokalen Machtverhältnisse damals sind einige Gründe.“

Nach so viel trauriger Geschichte ging es im Rest des Schlosses nicht ganz so schauerlich zu. Zauberkünstler waren unterwegs und unterhielten die Besucher mit Tricks und einer kleinen Show. Davon waren vor allem die kleinen Gäste begeistert. Auch Zaubertüten und -stäbe sowie Amulette konnte man basteln und Badesalze herstellen. Im Grafschafter Musenhof waren ebenfalls Zauberer und Gaukler unterwegs. So unterhielt Gilge von Hockeleve mit Spielereien, während Kräuterfrau Ute Schenkendorf die Besucher über Kräuter und ihre magischen Kräfte aufklärte. Lebensmittel hatten nach dem Glauben der Menschen früher einen besonderen Einfluss auf magische Kräfte und so konnte man alles zum Thema Hexenbutter und Milchhexen erfahren.

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