Von Dissonanzen keine Spur

Kamp-Lintfort..  Mit brennenden Kerzen in der Hand standen 18 Sängerinnen und Sänger an der Krippe in der Abteikirche Kamp und sangen dazu passend die Bach-Motette „Ich steh’ an Deiner Krippe hier“. So begann am Freitagabend das inzwischen traditionelle Weihnachtskonzert bei Kerzenschein.

Feierlich und stimmungsvoll ging es dann im Chor der bis auf das Altarbild vollkommen dunklen Kirche weiter. Unter der Leitung von Uwe Sin bot das Vokalensemble „Dissonanz“ einen bunten Strauss weihnachtlicher Motetten und Lieder. Nur unterbrochen von der Lesung der Weihnachtsgeschichte des Lukas-, Johannes- und Matthäus-Evangeliums durch Kaplan Werner Knoor erklangen Werke alter und neuer Meister, von Bach und Benjamin Britten bis zu Michael Praetorius und David Willcocks.

Dabei erzeugten schöne Stimmen und ein homogener, stereophoner Chorklang bei den Zuhörern eine meditative Atmosphäre atemloser Stille: „Den etwas ungewöhnlichen Chornamen habe ich gewählt, weil gewollte Dissonanzen der Musik erst die richtige Würze geben“, erklärt Uwe Sin, der den Chor vor fast 24 Jahren gegründet hat.

Von Dissonanzen, ob gewollt oder nicht, war am zweiten Weihnachtstag allerdings nichts zu spüren. Mit einem vielstimmig intonierten „We wish you a merry Chistmas and a happy New Year“ ging das Konzert nach 90 Minuten fröhlich zu Ende. Eigentlich. Doch das Publikum in der voll besetzten Kirche ließ nicht locker: Als Zugabe erklang noch einmal das wunderbare „O magnum Mysterium“, ein Werk, das Chormitglied Knut Paulus mit dem alten Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen“ als Mittelpunkt komponiert hat.

Ein ebenso würdiger wie berührender Abschluss der weihnachtlichen Feiertage.