Vom Meer und der Ewigkeit

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi

Kamp-Lintfort..  Bilder vom Meer – schon länger suchte Galerist Andreas Verfürth für die Ausstellungen in den Fluren der Lineg einen Künstler, der sich dieses Themas annimmt. Jetzt ist er da. Beeindruckende 55 Werke aus den vergangenen zehn Jahren zeigt Folkert Rasch ab kommender Woche.

„Es war Zufall, dass Folkert Rasch sich an einem Wochenende in der Galerie Schürmann eingefunden hat“, schildert Verfürth. So sei der Kontakt zustande gekommen. „Er ist ein gestandener Künstler und schon lange im Geschäft.“

Größere Formate

Hauptsächlich sind es größere Formate, die seine Sicht auf die Meereslandschaft besonders gut zum Ausdruck bringen. In jedem einzelnen steckt seine große Liebe zur Nordsee; Die Landschaft, in die er in Wilhelmshaven hineingeboren wurde und mit der er aufwuchs. Doch da gibt es keine Menschen, keine Schiffe. Raschs große Leidenschaft sind Ordnung und Geometrie und die große Stille. Strand, Wasser und Himmel werden zur Abstraktion, zur harmonisierten Komposition. Selbst Wellenbrecher am Strand folgen dieser kreativen Ordnung. So findet sich im Aufbau der Bilder oftmals der Goldene Schnitt wieder; dieser erscheint linienhaft meist als Horizont hinter einem Meer voll kraftvoller Struktur, darüber stiller Himmel bis in die Unendlichkeit. Wo Sonne und Meer sich berühren, beginne die Ewigkeit, zitiert Rasch einen seiner Leitsätze.

Bei seinen Acrylarbeiten scheut Rasch auch die Farbe nicht. Die Bandbreite reicht von in Schwarz-Grau gehaltenen, Landschaften wie Sedimentablagerungen über pastellfarbene Panoramen bis zum Thema „Untiefen“ in leuchtendem Orange und Rot. Die ordnende Strukturiertheit seiner Bilder zeugt von seiner Liebe zur Harmonie: „Ich will Dinge machen, die aus einem Guss sind“, schildert Rasch. „Denn wenn ich mir die Welt anschaue, bricht alles auseinander.“

Goldener Schnitt

So steht das italienisch anmutende Haus am Meer – eines der wenigen gegenständlichen Bilder – eben genau auf der senkrechten Bildachse, geteilt vom Goldenen Schnitt, durch die offene Haustür sind Strand und Meer dahinter zu sehen, nur zwei Strandpappeln davor dürfen sich freundlich im Wind aus der Achse neigen.

Die Bilder fange er bei seinen Reisen zwischen Belgien und Sylt ein, erklärt der Wahl-Kölner Rasch. Zuhause verarbeitet und abstrahiert er die Eindrücke in seinen Werken. Wobei Rasch ein Vielarbeiter ist. „Ich gehe morgens ins Atelier und arbeite dann zehn Stunden“, berichtet er. So wundert es kaum, dass er rund 2000 Bilder zu Hause hat, wie er schätzt. Noch einmal 400 bis 500 seien bei den 15 Galeristen unterwegs, mit denen er in Deutschland zusammenarbeite.