Völlig unberührt

Moers erinnert sich an Hanns Dieter Hüsch (WAZ vom 12 Mai). In ihrem Beitrag unterstellt die Autorin Karen Kliem als bemerkenswert, Kessler spräche gerne von „unserem Bühnenjubiläum“ - und will damit offensichtlich Anmaßung suggerieren. Richtig ist, dass diese zwei Worte nirgends fallen, sondern die Rede (auch im Buch) ist von „unserer silbernen Spielzeit“. Unter diesem Titel veröffentlichten Hüsch und ich 1994 eine Denkschrift in Auflage 500, Teile daraus sind im Dialog meines Stückes enthalten. Im Weiteren lässt die Autorin der WAZ ihr mangelndes Verständnis erkennen, in dem sie aus meinen Fragen an den fiktiven Hüsch ableitet, „welche Themen heute Hüsch so beschäftigen könnten“. Aus der Holk Freytag-Hüsch-Passage am Schluss leitet sie die fragwürdige Aneignung einer Kabarett-Ikone ab, völlig unberührt von der im Stück gelegten Spur zur Basis dieser bitteren Gedanken in Hüschs 1984er Programm „Und sie bewegt mich doch!“, dessen Fortschreibung in die heutige Zeit mein Unterfangen war - unter Zustimmung namhafter Kenner.