Vier Jahre Haft für jungen Einbrecher

Moers..  Dass es im juristischen Sinne eine Bande war, vermochte die auswärtige große Jugendkammer des Landgerichts Kleve am Donnerstag nicht festzustellen. Dass es sich indes bei den Straftaten, derentwegen der 20-jährige Hauptangeklagte verurteilt wurde, um gewerbsmäßigen Einbruchdiebstahl handelte, stand für das Gericht außer Zweifel. Es verurteilte den 20-Jährigen zu vier Jahren Jugendhaft. Diese Strafhöhe hatte Staatsanwalt Stefan Müller zuvor beantragt.

Der gebürtige Moerser hatte bereits einiges auf dem Kerbholz: gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung, gemeinschaftliche schwere räuberische Erpressung. Delikte, für die ein Erwachsener ins Gefängnis geht – im Sommer 2013 war er bereits zu zwei Jahren auf Bewährung, ein Jahr später noch einmal zu sechs Monaten, ebenfalls auf Bewährung, verurteilt worden. Am Donnerstag wurde nun eine Gesamtstrafe von vier Jahren gebildet. Bereits vor fünf Jahren war er als 15-Jähriger wegen Körperverletzung aktenkundig geworden.

Von den Bewährungsstrafen hatte sich der heute 20-Jährige offenbar nicht beeindrucken lassen. Obwohl er unter laufender Bewährung stand und das Verfahren, das ihm die sechs Monate einbrachte, lief, brach er mit einigen Komplizen serienweise in Häuser und Geschäfte – hauptsächlich in Moers und Neukirchen-Vluyn – ein. Die Beute, die die Einbrecher machten, war enorm.

Beim Einbruch in das Haus eines Seniors brachen sie einen Tresor auf und stahlen 30 Goldmünzen zu je einer Unze Gewicht – der Preis für eine Unze Gold liegt derzeit bei über 1000 Euro. Das Opfer hatte noch Glück im Unglück: Die Täter übersahen eine zweiten Tresor mit sechs kleinen Goldbarren. Der Schaden, den sie zwischen Januar und Oktober 2014 anrichteten, liegt sicherlich im hohen fünfstelligen Bereich.

Nur einer Tat angeklagt war eine 20-jährige, in Scheidung lebende Mutter eines 17 Monate alten Kindes. Sie wurde zu 100 Stunden Sozialdienst verurteilt.