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Völkerverständigung

Viele Ziele zur besseren Integration

28.01.2010 | 09:00 Uhr

Kamp-Lintfort. Nicht um utopische Vorstellungen, sondern praxisnahe Ideen ging's beim Integrationskonzept, das in Zusammenarbeit mit dem Imap-Institut erarbeitet wurde. Dabei hätte sich Imap-Geschäftsführer Bülent Arslan allerdings eine stärkere Beteiligung von Migrantengruppen gewünscht.

„Gemeinsam vor Ort” ist das Werk überschrieben, das gestern recht vielen Besuchern im Rathaus vorgestellt wurde.

Stärker aufeinander zugehen

Dabei machte Arslan deutlich, dass erst einmal Ziele für zwei Jahre in den Mittelpunkt gerückt sind. Doch der erste Beigeordnete Dr. Christoph Müllmann sieht keinen Zwang dafür, sämtliche Ziele im vorgesehenen Zeitraum zu erreichen. Er betonte vielmehr die Wichtigkeit, dass die Menschen vieler Nationalitäten, die in Kamp-Lintfort leben, stärker aufeinander zugehen. Denn in nicht allzu ferner Zukunft falle der Bergbau mit seiner Klammerfunktion weg.

Zugleich unterstrich Müllmann, dass die Konzept-Ideen nicht allein von der Verwaltung gestemmt werden könnten. Bernd Kopitzki, Leiter der Lotsenstelle Integration des Sozialamts, stellte fest, dass es in der Bergbau- und Hochschulstadt schon ein gutes Fundament für die Integration gebe. „Viele Menschen arbeiten bereits am Gelingen. Es gibt aber auch noch viele Bürger, denen die Notwendigkeit zur Integration vermittelt werden muss.”

Auch wenn man im Vorfeld so manche der betroffenen Gruppen nicht erreicht habe, seien doch Wissen und Engagement, die in den Arbeitsgruppen zum Ausdruck kamen, bemerkenswert gewesen. Dass insgesamt über 80 Ideen zusammenkamen, darauf wies Bülent Arslan hin. Zu den Punkten, die vorrangig umgesetzt werden sollen, gehört der Vorschlag, dass es in regelmäßigen Abständen zu Gesprächen zwischen Schlüsselpersonen aus den unterschiedlichen Migrantengruppen kommen soll.

Ausbildungspatenschaften, interkulturelle Lesepaten, Probemitgliedschaften im Katastrophenschutz, Weiterbildungsangebote sowie Sprachförderung für Migrantinnen sind weitere Ziele. Letzteres wird, wie Marlies Schmidt-Menge erläuterte, bereits im „Haus der Familie” angeboten. Im Namen des Stadtsportbundes bot Ulrike Plitt Ausbildungsplätze für Übungsleiter und Aktivitäten in Richtung eines Ferien-Workshops an.

Angebote vom Stadtsportbund

Auch könnten Migranten, so Ulrike Plitt, über den Lint-forter Turnverein am Kurs „Sport interkulturell” in einer Sportschule teilnehmen. Auch kam der Hinweis, dass sich die Freiwillige Feuerwehr über das Interesse türkischer Jugendlicher an einer Mitarbeit freuen würde. Zu den gesteckten Zielen gehören nicht zuletzt so genannte Integrationslotsen, die dafür sorgen sollen, dass neue Informationen und Ideen auch alle Migrantengruppen erreichen.

Ulrich Ernenputsch

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