Viele Moerser feierten Weihnachten im Don-Bosco-Heim

Eine bunt zusammengewürfelte Gemeinschaft.
Eine bunt zusammengewürfelte Gemeinschaft.
Foto: Lars Fröhlich
Was wir bereits wissen
100 Menschen trafen sich, um das Fest nicht allein zu verbringen. Es gab sogar einen erfolgreichen Heiratsantrag und den Segen dazu

Moers..  Weihnachten ist bekanntlich das Fest der Liebe. Ein schönes Beispiel für praktizierte Nächstenliebe war einmal mehr die Weihnachtsfeier, die Heiligabend im Don-Bosco-Heim an der Filderstraße in Moers stattfand.

Zu dieser hatten Caritasverband, der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) und die Pfarrgemeinde St. Josef am Heiligen Abend Wohnungslose, alleinstehende, einsame und bedürftige Menschen eingeladen.

Ein Angebot, dass über 100 Teilnehmer dankbar annahmen. Eine bunt gewürfelte Schar, die von der behinderten jungen Frau über Familien mit Kindern bis zum grauhaarigen Senior reichte.

Multikulti am Buffet

Es ist bemerkenswert, wie viele junge Menschen sich offenbar an den Festtagen einsam fühlen. Auch etliche ausländische Mitbürger nutzten die Gelegenheit, bei kostenlosen alkoholfreien Getränken und einem warmen Büffet Kontakte zu knüpfen oder sich einfach satt zu essen. „Wir finden es interessant zu sehen, wie hier Weihnachten gefeiert wird“, erklärten denn auch zwei junge türkische Männer.

„Wir grenzen hier keinen aus und sind offen für jeden, der kommen will“, betonte denn auch Caritas-Chef Henric Peeters. „Es ist für viele Menschen, die hierher kommen, die einzige Möglichkeit, Weihnachten nicht alleine, sondern für ein paar Stunden in geselliger Runde zu verbringen“, ergänzt SKM-Betreuerin Andrea Janssen, die viele ihrer „Schäfchen“ schon von der Moerser Tafel kennt. Das Feierliche kam aber ebenfalls nicht zu kurz. Karsten Weidisch, seit kurzem Pfarrer von St. Josef, las die Weihnachtsgeschichte und dank Textblatt und Klavierbegleitung klappte auch das eine oder andere gemeinsam gesungene Weihnachtslied.

Überhaupt war der Pfarrer ein viel gefragter Mann: „Ich muss jetzt noch ein Paar segnen, das sich hier spontan zur Heirat entschlossen hat“, freute sich Weidisch. „Ja“, bestätigt der 43-Jährige Michael, „ich habe meiner Susanna gerade einen Antrag gemacht und sie hat ‚Ja’ gesagt.“ Zur Feier des Tages gab’s zwar keinen Gänsebraten, doch der rheinische Kartoffelsalat mit Würstchen, mit Nachschlag-Option, mundete offensichtlich allen. Gegen 16.30 Uhr ging die Feier dann langsam zu Ende: „Es hat riesig Spaß gemacht“, waren sich alle einig.

Übrigens: Der 1934 heilig gesprochene Priester Don Bosco hat sich besonders um die Erziehung und Fürsorge für arme und benachteiligte Jugendliche verdient gemacht.