Viel mehr als nur Begleitmusik

Foto: Christoph Karl Banski

Moers..  Mit einem Jubiläumskonzert in der evangelischen Dorfkirche feierte der Posaunenchor Repelen am Sonntag sein 65-jähriges Bestehen. Natürlich mit Pauken, Hörnern und schmetternden Trompeten. Der Chor wurde im Februar 1950 von Gerhard Küppers aus dem CVJM heraus mit einigen an Horn, Posaune, Tuba und Trompete interessierten Jugendlichen gegründet.

Dabei ist die Tradition der Blechblasmusik in Repelen noch viel älter. Geht sie doch auf die Kurkonzerte unter Emanuel Felke, dem legendären „Lehmpastor“, zurück: Der Posaunenchor wurde viele Jahre vom bekannten Repelener Musiker Friedhelm Wittfeld geleitet. 2001 übernahm sein Sohn Michael das anspruchsvolle Amt. Heute zählt der ökumenisch ausgerichtete Bläserchor 30 Mitglieder, von denen rund 20 in wechselnder Besetzung zum Einsatz kommen. Obwohl eigentlich eine Männerdomäne, sind inzwischen auch einige Frauen dabei.

Mit 83 Jahren ist Hans Ehrenstein der Älteste, der noch aktiv ins Horn stößt, er ist seit 1952 im Chor. Am Sonntag boten knapp 20 Blasmusiker, unterstützt von Rolf Hildebrand an Pauken und Trommeln, einen Querschnitt ihres Repertoires. Dieser reichte von geistlicher Musik aus Renaissance, Barock und Romantik über Schlager bis zu moderner Filmmusik: „Hauptsächlich als Begleitung für den Gottesdienst bestimmt, sind zwar Choräle nach wie vor der Grundstock unserer musikalischen Arbeit, doch haben bei uns weltliche Melodien genauso ihren Platz“, erklärt Michael Wittfeld.

Existenzsorgen hat der Chor übrigens nicht: Sonntag gaben vier junge Nachwuchsbläser, darunter zwei Mädchen, ihr Konzertdebüt. Bemerkenswert sei, dass sich auch immer mehr Mädchen für Horn und Trompete interessierten. „Ich wünsche dem Chor noch viele Jahre erfolgreiche Unterstützung unserer Gemeinde“, gratulierte Pfarrer Uwe-Jens Bratkus-Fünderich, der den Chor seit 25 Jahren kennt. Mit „Highland Cathedral“, der inoffiziellen schottischen Nationalhymne, ging das Konzert nach 90 Minuten feierlich zu Ende. Natürlich nicht ohne Zugabe. Die Dorfkirche war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Wer ansonsten Lust auf selbst gespielte Blasmusik verspürt: Der Posaunenchor probt zweimal die Woche im Clarenbachhaus in Repelen.