Viel mehr als ein Seniorenbüro in Moers

Das Seniorenbüro Repelen feierte sein 20-jähriges Bestehen mit einem großen Frühstück.
Das Seniorenbüro Repelen feierte sein 20-jähriges Bestehen mit einem großen Frühstück.
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Das Beratungs- und Informationszentrum am Repelener Markt feierte sein 20-jähriges Bestehen. Dort sind alle Generationen jederzeit willkommen.

Moers..  Wo gibt man in Repelen kleine Kinder ab, wenn sie sich verlaufen haben? Wo ruft man den Dorfsheriff zu Hilfe, damit sie wieder zu ihren Eltern kommen? Wo gibt es Windelsäcke zu kaufen? Wo erhält man Beratung in Fragen rund um Rente und Krankenkasse? – Die Antwort ist in jedem Fall die selbe: im Seniorenbüro Repelen. Nur, dass der Begriff Seniorenbüro viel zu tief gestapelt ist. Weshalb wohl auch der Schriftzug „Beratungs- und Informationszentrum“ über dem Eingang prangt.

Wenn jemand über die Arbeit des Büros im Herzen von Repelen bescheid weiß, dann ist es die Leiterin Sabine Jarofka. Seit 14 Jahren macht sie den Job, öffnet die Tür für einen jeden, der Hilfe braucht – gleichgültig, ob es eine frisch zugezogene junge Mutter mit zwei Kindern ist oder ein 90-Jähriger, der eine Frage zur Pflegeversicherung hat. Im Seniorenbüro wird allen geholfen, fast ist es schon eine Art Touristeninfo im Stadtteil.

Vernetzt mit den Vereinen

„Wir sind eine Kindernotinsel, und wir waren die ersten, die in Repelen Windelsäcke verkauft haben.“ Nein, Sabine Jarofka beschränkt sich und das Büro nicht auf ein seniorentypischen Angebot, sie ist, wie sie es ausdrückt, „mittendrin“ in ihrem Stadtteil. Dazu gehört die gute Vernetzung mit den Sportvereinen und die Begeisterung für neue Ideen. Beispiel gefällig?

„Vor Jahren kam eine 70-Jährige zu uns ins Büro, die gerade nach Repelen gezogen war. Sie fragte, wo man Leute kennen lernen könne – und sie spielte gerne Boule.“ Sabine Jarofka war voll im Bilde: Der Tennisclub hatte eine Bahn, der VfL wollte eine Boule-Gruppe gründen. Sie stellte die Kontakte her, und seitdem gibt es Boule im Jungbornpark und sogar Turniere.

Das Seniorenbüro ist eine Einrichtung des Diakonischen Werks Kirchenkreis Moers. Deren Geschäftsführer Rainer Tyrakowski-Freese steht voll hinter dem Konzept: „Es gibt nicht mehr ,das’ Alter, es gibt super mobile 80-Jährige, die Zahl der 100-Jährigen nimmt ständig zu. Wir müssen uns fragen: Was ist der Bedarf?“ Die Ehrenamtler sind im Alter 50 plus, die ständigen Besucher des Seniorenbüros rund 20 Jahre älter. Was, wie man heute sagen muss, auch kein Alter mehr ist.

Das Seniorenbüro feierte kürzlich sein 20-jähriges Bestehen. Bei all der guten Laune, mit der die Gäste an diesem Tag bewirtet wurden, macht Rainer Tyrakowski-Freese sich dennoch Sorgen um die Zukunft: „Die Finanzierung durch die Stadt ist nicht ausreichend, es fließen Eigenmittel des Diakonischen Werks hinein.“ Nur sind auch diese endlich. Ein Förderverein unterstützt das Seniorenbüro finanziell. Zwölf Euro, mehr nicht, kostet der Jahresbeitrag, Anträge gibt’s – na wo wohl?