Verwaltung lädt Nachbarn zur Integrationshilfe ein

Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Dörpfeldschule soll Flüchtlingsunterkunft werden. Anwohner äußerten Sorgen, aber auch positive Erfahrungen

Neukirchen-Vluyn..  Die Stadt möchte beim Umbau der Dörpfeldschule zum Übergangsheim für Flüchtlinge Anregungen der Bürger mit einbeziehen und setzt bei der Integration der Menschen auf die Hilfe der Bürger. Das wurde am Mittwoch bei der Info-Veranstaltung deutlich. So will die Verwaltung dafür sorgen, dass der Schulhof abends besser beleuchtet wird. Dort sollen Sanitärcontainer aufgestellt werden. Es sei „stockdunkel“, was insbesondere im Winter bei den Kinderturngruppen problematisch sei, hatte eine Gruppenleiterin zuvor bemängelt.

Ein anderer Anwohner merkte an, ihn habe es irritiert, dass man nicht das CJD-Heim in Betracht gezogen habe. „Wir haben die gesamte Stadt untersucht“, bedeutete Bürgermeister Harald Lenßen. Und natürlich habe man auch diese Möglichkeit geprüft, es hieß, das Gelände stehe nicht zur Verfügung, es solle verkauft werden. Lenßen weiter: „Wir haben durchaus noch Bedarf, weitere Flächen anzumieten.“ Mit dem CJD sei man weiter im Gespräch, Gebäude temporär anzumieten. Damit schlug der Bürgermeister in die Kerbe, die zuvor der zuständige Dezernent bereitet hatte.

Jörg Geulmann hatte zum wiederholten Mal darauf hingewiesen, dass es angesichts der weltpolitischen Lage einen weiteren Anstieg der Zuweisung von Flüchtlingen geben wird. Aktuell sind es in Neukirchen-Vluyn 145, bis zum Jahresende werden 210 Personen prognostiziert. Ende Februar fallen angemietete Wohnungen für 36 Menschen weg, weil sie sich in den Nau-Immobilien befinden.

In der Dörpfeldschule sollen ab April 80 Menschen untergebracht werden. Dazu werden im Erd- und im Obergeschoss Räume zu Wohnräumen und je einer Küche umgebaut, auf jeder Etage wird es Toiletten geben. Die Sporthalle ist nicht betroffen. Allerdings sollen hier Wasseraufbereitungs- sowie Heizungsanlage und bei den sanitären Anlagen Duschköpfe und Mischbatterien modernisiert werden. Schul- und Vereinssport unterlägen keinen Einschränkungen. Die Sanitärcontainer sollen aus Gründen des Brandschutzes im Abstand von fünf Metern vom Gebäude errichtet werden. Gesamtkosten: 748 000 Euro.

Wie Anneke van der Veen vom Treff 55 und Martina Schönfeld vom Sozialamt berichteten, erfährt die Stadt zwei Tage vorher von dem Eintreffen der Flüchtlinge, erhalte nur wenige Daten über Name, Alter, Geschlecht, und Herkunftsland. Großartig planen lässt sich somit nicht. Van der Veen lobte das ehrenamtliche Engagement und zählte auf, welche Beschäftigungsmöglichkeiten den Menschen geboten würden.

Die Anwohner beschäftigte auch die Frage, ob es an der Dörpfeldschule womöglich ähnlich aussehen werde wie an der Unterkunft am Hugengraben – was sich mutmaßlich auf Müll und ähnliches bezog. Die Verwaltung antwortete mit dem Hinweis auf soziale Kontrolle und lud die Anwohner ein, selbst auf die neuen Nachbarn zuzugehen. Ferner wollten die Bürger wissen, ob von einer Wertminderung ihrer Immobilien auszugehen sei und wer die Kosten für den Umbau des Gebäudes trage. Letztlich kam die Frage auf, inwiefern die Stadt befürchtet, dass es Anschläge gegen das Übergangsheim geben könnte. Bürgermeister und Beigeordneter betonten, dass sie keine rechte Szene in Neukirchen-Vluyn sehen. Eine Bürgerin betonte, sie wohne 150 Meter vom Hugengraben entfernt und habe sich zu keiner Zeit unsicher gefühlt.