Vertagung eines Trauerspiels

Die Vereinsvertreter plädierten für eine schnelle lösung
Die Vereinsvertreter plädierten für eine schnelle lösung
Foto: Ulla Michels

Neukirchen-Vluyn..  Das war fast zu erwarten: Der Rat hat in seiner gestrigen Sitzung zwar ausführlich und wortgewaltig über die Sanierung der Kulturhalle diskutiert. Zu einem Beschluss über die folgenden Schritte mochten sich die Politiker trotz aller Beteuerungen, dass man fraktionsübergreifend das gleiche Ziel einer schnellen Wiedereröffnung verfolge, aber letztlich doch nicht durchringen.

Die so notwendige Weichenstellung wurde aber immerhin nicht auf die lange Bank, sondern nur auf die Sondersitzung des Rates geschoben, die für den 16. Oktober terminiert ist. Für die zahlreichen Vereinsvertreter, die zum Teil kostümiert, in Tracht oder in Klompen in den Sitzungssaal gekommen waren, mochte das wahrlich nicht das erhoffte Ergebnis gewesen sein.

Karl-Heinz Möhlendick von den Vluyner Klompenfreunden hatte stellvertretend für acht Vereine zu Beginn der Sitzung das Wort ergriffen und die politische Diskussion um die Kulturhalle und das Museum als „Trauerspiel“ bezeichnet.

Er äußerte unter anderem die Sorge, dass durch den Ausfall zuvor fest vereinbarter Brauchtumsveranstaltungen die Existenz einzelner Vereine bedroht sei. Durch die Schließung des Museums sei der Erfolg der ehrenamtlichen Tätigkeit von Mitgliedern der Heimat- und Verkehrsvereine gefährdet.

Möhlendick, der immer wieder Beifall für seine Worte erntete: „Wir erwarten Lösungen und einen verbindlichen Zeitplan bis zur Nutzung.“ Von einer realistischen Lösung scheint die Politik allerdings noch entfernt. Das liegt nicht zuletzt an der finanziellen Situation der Stadt und der Tatsache, dass Kämmerer Jörg Geulmann seine Haushaltssperre verteidigt und sich nicht gesprächsbereit für eine Aufhebung derselben zeigte. Die Voraussetzungen seien noch die gleichen wie vor drei Wochen, sagte Geulmann, der insbesondere von der SPD für seine Haltung kritisiert wurde. Die Sozialdemokraten hatten für die Sitzung einen Beschlussvorschlag zur Sanierung der Kulturhalle vorbereitet, der den sofortigen Beginn der ersten Sanierungsstufe sowie die Bereit-stellung weiterer Haushaltsmittel beinhaltete. Die CDU wollte sich einer mehrheitlichen Entscheidung nicht sperren, sah sich jedoch nicht zu einem Beschluss in der Lage. Infolgedessen vertagte der Rat sowohl die Festlegung auf potenzielle weitere Schritte wie auch jene zur möglichen Aufhebung der Haushaltssperre auf die besagte Sondersitzung. Eine Entscheidung teilte Bürgermeister Harald Lenßen beim Punkt Einwohnerfragen dann aber doch mit. Nämlich die, dass er keine Veranlassung sehe, nicht bis 2015 weiterzumachen.

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