Versuch macht nüchtern
10.08.2012 | 18:14 Uhr 2012-08-10T18:14:00+0200Stefan Krämer ist ein kluger Mann und packt die Faust lieber in die Tasche. Er ist ein Verkäufer, der potenzielle Kunden nicht verprellen wird. Selbst wenn sie, wie Xantens Bürgermeister Christian Strunk, ein bedenkliches Spiel auf Kosten der Nachbarn spielen. Die Erkenntnis, dass man sich auf Provinz-Politik trotz intensiver Absprachen nicht verlassen kann, dürfte den Enni-Manager allerdings schwer ernüchtert haben. Für Visionen braucht es Kompetenzen.
Strunk hatte den angestrebten Zweckverband mit Alpen, Sonsbeck und Moers offensichtlich dazu benutzt, Entsorger Schönmackers unter Druck zu setzen. Kurzfristig erfolgreich, aber eben viel zu kurz gedacht. Gut möglich, dass sich dies irgendwann rächt, wenn interkommunale Zusammenarbeit überlebenswichtig wird und Xanten wieder mitspielen möchte. Ist Vertrauen erst verspielt...
In Moers kennt man das. Und abgesehen davon, dass führende Politiker im eigenen Beteiligungsausschuss nicht verstanden hatten, welche Perspektiven interkommunale Kooperationen der hoch verschuldeten Stadt bieten: Moers hat noch ein ganz anderes Problem. Die Expansion der Tochter Enni läuft nicht ohne interne, aktive Unterstützung von Politik und Stadt. Eine angeschlagene Verwaltungsspitze ist keine effektive Flanke. So von Bürgermeister zu Bürgermeister? Denkste! Und die Politik hätte die Brücke schlagen müssen zu den Ton angebenden Parteifreunden in den Nachbarstädten. In diesem Falle die CDU. Auch Opposition darf Verantwortung übernehmen. Ehrenwort.
0mitdiskutieren