Vereine fordern guten Willen der Stadt ein

Kulturhalle und  KulturCafé in Neukirchen-Vluyn.
Kulturhalle und KulturCafé in Neukirchen-Vluyn.
Foto: WAZ FotoPool

Neukirchen-Vluyn..  Die örtlichen Vereine sind die Eiertänze um die geschlossene Kulturhalle leid. Sie wollen in der Ratssitzung am kommenden Mittwoch in voller Montur im Rathaus aufmarschieren und etwas in Bewegung setzen.

Viele Bürger haben die Hoffnung, die Kulturhalle könnte demnächst wieder geöffnet werden, schon aufgegeben. Vereine und Gemeinschaften wissen mit ihren großen Veranstaltungen nicht wohin. Ausweichräume sind immer schwerer zu finden. Da ergreifen die Vereine nun die Initiative und laufen im Rat in ihren Kostümen auf.

Es haben sich die Vluyner Klompenfreunde, die beiden Heimat- und Verkehrsvereine, die Karnevalisten der Neukirchen-Vlü-Ka-Ge und der blau-weißen Funken, die Schützen, der TuS Preußen Vluyn, die katholischen Frauen und andere am Montag Abend zusammengesetzt. Auch Kulturhallenpächter Michael Erb war mit dabei. Gemeinsam sammelte man Ideen, wie man die so dringend benötigte Halle wieder eröffnen könne.

Karl-Heinz Möhlendick von den Klompenfreunden beispielsweise: „Das Thema kocht hoch. Die Sache mit der Renovierung ist alt. Schon vor sechs Jahren hat man Herrn Erb die Erneuerung der Küche für sein Café versprochen.“ Und: „Wir alle finden, dass man die nötigen Arbeiten splitten kann. Das Dach muss ja nicht in einem Zug mit der Küche saniert werden.“ Zudem sei es anderen Städten ganz offensichtlich wert, für ganz wichtige Dinge Kredite aufzunehmen oder die Rücklagen anzugreifen. „Und die ursprünglichen 160 000 Euro im Haushalt sind auch futsch.“ Wenn nicht langsam etwas geschehe, so das Fazit der betroffenen Vereine, bleibe die Kulturhalle wohl für die nächsten Jahre dicht. Die Vereine meinen: „Es hapert nicht unbedingt am Geld, sondern am guten Willen.“ Sprich, an Lotsen, die das Ruder und die Verantwortung übernehmen... Die Vereine meinen auch: „Es sind neben Lenßen und Eccarius sicher viele, die an dem Debakel mitgewirkt haben. Deshalb wollen wir im Rat kritisch nachhaken.“

Auch über die Probleme der Vereine wegen mangelnder Ausweichräume habe man bei dem Treffen diskutiert. Beispielsweise suchten die blau-weißen Funken Säle, denn fast alles im Umkreis sei ausgebucht. Die KAB-Frauen seien mit ihren beliebten Hausfrauennachmittagen ebenfalls obdachlos.

Technik liegt schon da

Die Vereine denken: „Die Aufsicht beim Kreis hat ja nur Empfehlungen gegeben. Von der Schließung war da keine Rede. Es hieß, es müsse etwas am Brandschutz getan werden.“ Und weiterhin finde man es seltsam, wenn die Technik für die Brandmeldeanlage bereits seit acht Wochen in der Kulturhalle liege und keiner sich um den Einbau kümmere.

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