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Spritpreise

Und kost’s Benzin auch 3 Mark 10...

21.02.2012 | 19:01 Uhr
Und kost’s Benzin auch 3 Mark 10...
Zapfpistole – oder Überfall? Foto: Bernd Lauter

Kamp-Lintfort.   Anfang der 80er konnten sich die Autofahrer über diesen Songtext noch amüsieren. Heute fühlen sie sich bei diesen Spritpreisen ausgebeutet.

In diesen Tagen wird der Blick auf die Preistafeln der Tankstellen zur Qual. Die älteren Semester, die die Umrechnung in die alte D-Mark noch immer nicht lassen können, dürften bei dem Ergebnis erbleichen. Ein voller Tank wird bei rund 1,70 Euro pro Liter langsam aber sicher zum Luxus.

So manchem mag der Aufschrei in Erinnerung geblieben sein, der durch die Republik ging, als der Spritpreis die unglaubliche Schallmauer von ei­ner Mark durchbrach. Anfang der 80-er Jahre mochten sich die Autofahrer noch über den Song „Ich will Spaß“ amüsieren, in dem es so schön heißt: „...und kost’s Benzin auch 3 Mark 10, scheißegal, es wird schon geh’n...“. In diesen Wochen wäre Otto Normalfahrer froh, wenn der Preis so weit sinken würde. Die Redaktion fragte die Autofahrer an einer Tankstelle in Kamp-Lintfort, wie sie mit den aktuellen Preisen zu recht kommen.

Lisa Windpassinger ist Schülerin. Die 19-Jährige fährt einen Kleinwagen – und offensichtlich nicht sehr häufig. „Als ich das letzte Mal getankt habe, kostete der Liter Super 1,43 Euro.“ Gestern waren es 1,65 Euro, die für den Liter dieser Sorte aufgerufen wurden. „Gerade als Schülerin guckt man auf die Tankuhr und überlegt sich, dass man für das Geld lieber mit Freunden zum Billardspielen gehen würde. Aber man muss ja mobil bleiben – auch für die Schule.“

Lisa Windpassinger Foto: Bernd Lauter

Auch wer kein eigenes Auto hat, ärgert sich über die Spritpreise. Daniel Deimann kann sich das Auto der Eltern ausleihen, muss das Benzin aber selbst zahlen. „Alles ein bisschen ärgerlich“, meint er. Mehr als ärgerlich ist die Preisentwicklung für die Pendler, die aufs Auto angewiesen sind. Der 35-jährige Michael Lebe ist auf zwei Räder umgestiegen: „Ich versuche, aus Kostengründen so viel wie möglich mit dem Motorrad zu fahren.“

Alles bis 25 Kilometer ist was fürs Fahrrad

Aber auch die 125-PS -Harley-Davidson lässt er öfter stehen: „Alles bis 25 Kilometer mache ich mit dem Fahrrad.“ Sein Kommentar zu den Preisen: „Ich fühle mich ein bisschen ausgebeutet.“ Der Fahrer eines US-Cabrios, der nicht genannt werden möchte, hat gut lachen: Er tankt Gas. „13 Liter Gas zu 70 Cent statt elf Liter Super. Da können sie sich ausrechnen, wie schnell sie die 2600 Euro für die Gasanlage wieder raus haben.“

Aber wer ein altes Auto mit großem Tank fährt, muss beim Volltanken Spott ertragen können: „Da hat sich ja der Wert ihres Autos gerade verdoppelt!“ Tankwart-Scherz.

Harry Seelhoff

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