Und immer mit breitem Grinsen

Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Viele Kinder und Erwachsene freuen sich über den Schnee. Rodelhügel und Halden waren schnell belegt von Schlittenfans. Polizei registriert nur wenige Glatteisunfälle

Am Niederrhein..  Endlich ist der Winter da. Nachdem das Weihnachtsfest recht warm ausfiel, schneite es am Samstag, der Frost sorgte dafür, dass die weiße Pracht nicht sofort wieder verschwand. Für viele ist der Schnee das pure Vergnügen. Allerorten entstanden Schneemänner, die besten Rodelpisten wie im Moerser Stadtpark und an den Halden waren ruckzuck von Rodlern belegt. Doch wie immer gibt es auch die Kehrseite.

Christina Schmidt und Jan Rische hatten allerdings einfach die Winterschuhe rausgekramt und sich in den Moerser Stadtpark begeben. Die beiden 17-Jährigen Schüler des Adolfinum genossen den Schnee und die Ferien.

Dort, wo während der Tummelferien die Wasserrutsche noch immer die Attraktion schlechthin ist, ging es am Wochenende per Schlitten bergab. Carola Kampmann und ihre Kinder Elia und Luni beispielsweise hatten endlich den Schlitten auspacken können. Mal alleine, mal zu zweit sausten sie den Berg hinab, immer mit breitem Grinsen in den Gesichtern.

Leon Hoffmann und sein Vater Lutz kamen sogar extra aus Vluyn in den Moerser Freizeitpark, natürlich ebenfalls den Schlitten im Gepäck. Mal rasten sie den Hügel runter, dann ließen sie wieder die Schneebälle fliegen. Und im Gestöber zappelte die rote Weihnachtsmannmütze von Papa Lutz. Auch Michel und Clara Pannenbecker kamen mit ihrem Vater Florian in den Stadtpark, um endlich einmal wieder Schlittenfahren zu können. Zu dritt stürzten sich die „Schneekönige“ auf die Abfahrt. Wenn man doch bloß nicht den ganzen Weg zurück und hinauf laufen müsste...

Vom Rodelspaß ist Benedict Binder noch ein Stück entfernt. Der Eineinhalbjährige kann zwar laufen, wie seine Eltern Nadine und Marc berichteten. „Aber den Schnee muss er erstmal kennen lernen.“ So stapfte Benedict verwundert, manchmal Halt suchend, meist aber an der Hand von Mama und Papa im dicken Schneeanzug tapfer über den ungewohnten und knirschenden Untergrund.

Luis Link und seine Eltern Martina und Thomas nutzten dagegen den Samstag, um unpassende Weihnachtsgeschenke umzutauschen. „Wir haben aber direkt am Park geparkt und gehen noch eine Runde mit dem Hund“, freuten sie sich. Luis und sein Hund Bobby hatten sichtlich Spaß im Schnee und ließen sich von der Nässe und Matsche am Samstagvormittag nicht beeindrucken. Chris Markwald und ihr Mann Dieter hatten ebenfalls ihre wetterfesten Schuhe ausgepackt, waren aber weniger begeistert. Mit Hund Lucky ging es eine Runde durch den Wald, „bei so einem Wetter macht das aber keinen Spaß“, erzählten sie.

Noch weniger Spaß hat das Wetter der Polizei gemacht. Sie hatte im gesamten Kreis Wesel allein zwischen Samstag, 5 Uhr, und Sonntag, 6 Uhr, 50 „witterungsbedingte Einsätze“, wie es in ihrem Bericht heißt. In insgesamt elf Fällen waren Gefahrenstellen durch umgeknickte Bäume und Telefonmasten entstanden. Zeitweise war der Schnee offensichtlich auch zu viel für die Technik: „Im ganzen Kreis spielen die Ampeln verrückt“, erklärte am Samstagvormittag ein Beamter der Leitstelle in Wesel. Die Schneelast überforderte auch Schranken, so dass sie sich nur halb oder gar nicht öffneten, sondern erst funktionierten, nachdem Polizisten den Schnee runtergefegt hatten. Bei sieben Verkehrsunfällen, die durch Glatteis verursacht wurden, entstand lediglich Sachschaden. Bei drei weiteren Glatteisunfällen wurden insgesamt fünf Personen leicht verletzt.

Alles in allem war die Polizei unter diesen Umständen mit dem Wochenende zufrieden. Ein Sprecher sagte, man sei froh, dass der Wintereinbruch am Samstag gekommen ist. Auf diese Weise konnten sich die Autofahrer an die veränderten Straßenverhältnisse gewöhnen, denn: „Wenn es montags mit Schnee und Eis losgeht und die Leute müssen zur Arbeit, dann haben wir meist Chaos.“