Trotz guter Noten versetzungsgefährdet
12.01.2011 | 17:32 Uhr 2011-01-12T17:32:00+0100
Am Niederrhein.Für die Schulleiterin der Moerser Justus-von-Liebig-Hauptschule, Renate Vetter, war die Nachricht vom Kurswechsel der NRW-CDU in Sachen Hauptschule gestern „ein Schlag vor den Kopf“.
„Was soll ich dazu sagen, der Zeitpunkt so kurz vor den Anmeldungen ist denkbar ungünstig“, so Renate Vetter.
Lange schon ist die Hauptschule mit ihren sinkenden Anmeldezahlen ein Wackelkandidat in der NRW-Schullandschaft und dann das: In ihrem am Dienstagabend vorgestellten neuen Schulkonzept stellen die Christdemokraten erstmals die besondere verfassungsrechtliche Stellung der Hauptschule infrage und bekennen sich zur Gesamtschule.
„Ich würde mir wünschen, dass sich die Eltern davon nicht abschrecken lassen. Viele sehen einfach nicht die Vorteile, die dieses System bringt“, so Vetter.
Für den Moerser Schuldezernenten Hans-Gerd Rötters besteht dennoch im Moment kein Handlungsbedarf. „Die Hauptschule erfüllt in Moers eine wichtige Rolle. Spätestens ab Klasse 7 hat sich ihre Existenz wegen der Schulwechsler immer als zwingend erforderlich erwiesen.“ Sollte es aber per Gesetz nötig sein, von einem viergliedrigen auf ein zweigliedriges Schulsystem umzustellen, sei man in Moers „gut gerüstet“. „Die Schuldebatte ist positiv angestoßen worden, schließlich wollen die Eltern Planungssicherheit“, so Rötters’ Kommentar.
Neuer Schulentwicklungsplan in Kamp-Lintfort
In Kamp-Lintfort ist man einen Schritt weiter: „Das bestätigt doch nur die Entwicklung, die längst in allen Kommunen bekannt ist“, so der zuständige Beigeordnete Dr. Christoph Müllmann. Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen hatte der Rat im Dezember einstimmig beschlossen, einen neuen Schulentwicklungsplan aufzustellen.
„Wir haben zwei Hauptschulen an drei Standorten und eine Realschule – das brauchen wir in diesem Umfang nicht.“ Konkret geplant ist, ein Hauptschulgebäude kurzfristig aufzugeben und mit Beginn des Schuljahrs 2012/13 eine Gemeinschaftsschule zu starten. Langfristig, so Müllmann, solle dann ein weiterer Schulstandort aufgegeben werden. „Die Gemeinschaftsschule muss von unten wachsen.“
Das sieht auch die Leiterin der Diesterweg-Hauptschule, Petra Ada so: „Ich bin froh. Seit Jahren hängt das Damoklesschwert über der Hauptschule. Wenn da jetzt eine Entscheidung fällt, ist das gut. Für die Schüler ist das auch nicht schlecht. Eine Gemeinschaftsschule behielte den intimen Charakter, der ,Makel’ Hauptschule wäre weg.“
Keine Aufregung in Neukirchen-Vluyn
In Neukirchen-Vluyn sorgt die Nachricht nicht für Aufregung: Pressesprecher Hans-Willi Pergens: „Die Haarbeck-Schule leistet wichtige Bildungsarbeit. Bislang gibt es keine Überlegungen, an der bestehenden Schullandschaft hier etwas zu verändern. Der Schulentwicklungsplan ist bis 2015 festgeschrieben.“
Für das kommende Schuljahr rechnet die Haarbeck-Schule allerdings mit weniger Neu-Anmeldungen – auch aufgrund der weggefallenen bindenden Grundschul-Empfehlung. Schulleiter Norbert Henn plädiert für die regionale Lösung: „Man muss vor Ort gucken: was ist ein richtiges Angebot für die Kinder, die wir beschulen müssen.“ Allerdings müsse man sich den Fakten stellen, falls die Zahlen weiter sinken.
08:23
alles geunke - sieht man ja schon an der nicht vorhandenen resonanz!
die hauptschule st schnee von gestern!