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Trepper, Schlepper, Bauernfänger

05.08.2010 | 13:49 Uhr
Trepper, Schlepper, Bauernfänger
Wolfgang Treppers Meinung zur Fernsehunterhaltung? Hiiier... Foto: Bernd Lauter / WAZ FotoPool

Moers.Wann war außer Samstag der zweite große Showtag im Fernsehen? Warum hieß es samstags immer: Daktari oder Sportschau? Fragen sie Wolfgang Trepper.

Wer um alles in der Welt war Reno Nonsens und um welch schwindelerregenden Summen kämpften die Kandidaten beim Großen Preis mit Wim Thoeeeeeelke? Beantwortet wurden diese für ganze Generationen schicksalsträchtigen Fragen am Mittwoch beim Comedy Salon von Wolfgang Trepper – und wer hätte gedacht, dass das Publikum sich dabei vor Lachen biegen würde?

„Der Mann bringt mich an meine Grenzen“, japste ein Salon-Besucher, zwischen Lachanfällen verzweifelt nach Luft schnappend. Trepper, ehemals Radiomann beim Duisburger Lokalsender, schrie förmlich seine wahrhaft traumatischen Kindheitserlebnisse ins Publikum. Sein „Walter Sparbier, ich weiß nicht von welcherrr Krrrankheit zerfrrrressen..“ war angefüllt mit so viel jahrzehntelang angestautem gerechten Zorn auf die deutsche Fernsehunterhaltung und einer so ätzenden Ironie, dass es kaum zum Aushalten war. Vor Lachen. Wolfgang Trepper war der Star des Abends, noch stundenlang hätte man ihm zuhören mögen. Da passte es gut, dass Ole Lehmann, heißgeliebter Dauermoderator des Comedy Salons im Eurotec, eine Sternstunde der komödiantischen Schauspielkunst ablieferte.

Die Tunte und der Stemmhammer

Aber was blieb ihm auch übrig, nachdem Hannes Ringlstetter ihm eine geniale Vorlage geliefert hatte in Form des „Maschinen-Miet-Service Thiel – kost’ nicht viel“? Zwei Männer aus dem Publikum – Hans-Dieter und Karsten, ihres Zeichens echte Unfreiwillige – unterstützten den bayerischen Barden auf der Bühne, was Karsten zu einer Werbung für seine Firma nutzte. Schwerer Fehler, denn was Ole Lehmann später aus dem ach so beliebten Thiel’schen Stemmhammer machte, o lala...

Da bot Hans-Dieter viel weniger Angriffsfläche für sarkastische Seitenhiebe. Ringlstetter: „Was machst du?“ Hans-Dieter: „Fotografieren.“ Ringlstetter: „Was denn?“ Hans-Dieter: „Alles.“ Da war der stärkste Bayer machtlos, da blieb nur noch die Flucht in die Howard Carpendale-Parodie und in die musikalische Feststellung: „Es gibt für Sex keinen schlechteren Ort, als die Rückbank von einem Ford Escort.“

Zu schlechter Letzt die Schreckensnachricht

Geflüchtet hatte sich auch der Comedy-„Gegenpole“ Marek Fils, und zwar in Klischees, die er gleich reihenweise auftischte. Er fiel vor allem gegen Trepper stark ab. Was indes nicht nötig gewesen wäre, denn er konnte auch anders: „Spart euch euer Mitleid, hattet ihr ‘39 auch nicht“ – in seinen Auftritten blitzte mehrfach beißender politischer Witz auf. Womit er als „Gegenpole“ gut zu Trepper gepasst hätte, hätte er nur mehr davon geliefert.

Und zu schlechter Letzt noch eine Schreckensnachricht: Ole Lehmann tritt bald als Salon-Moderator ab. Was ihm die Niederrheiner natürlich nie verzeihen werden. Es sei denn, er träte öfter mal im Comedy Salon im Eurotec auf.

Harry Seelhoff

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