Topfitte Mittdreißiger für Moerser Wehr gesucht

Andre Gesthuysen, Christoph Rudolph (Leiter der Feuerwehr) und Bürgermeister Christoph Fleischhauer (v.l.).
Andre Gesthuysen, Christoph Rudolph (Leiter der Feuerwehr) und Bürgermeister Christoph Fleischhauer (v.l.).
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Moers hat eine Freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichem Teil. In den Löschzügen sind 295 Ehrenamtliche aktiv – aber tagsüber sind nur 55 von ihnen in der Stadt.

Moers..  Die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren ist manchen Orts nicht rosig, jedoch steht Moers im Vergleich noch sehr gut da. Der Bevölkerungsschwund und die Überalterung der Gesellschaft lassen die Feuerwehren immer stärkere Anstrengungen in der Nachwuchsförderung unternehmen. Christoph Fleischhauer, Bürgermeister von Moers: „Dass wir etwas tun müssen, ist klar.“

Und das, obwohl die Zahl der freiwilligen Wehrleute von 250 im Jahr 2000 auf aktuell 295 stieg. „An allen größeren Einsatzstellen sind 80 Prozent der Wehrleute Ehrenamtler“, so Feuerwehrchef Christoph Rudolph. Der Bürgermeister charakterisiert die Freiwilligen auf seine ihm eigene humorvolle Art: „Die sind alle positiv bekloppt.“ Und diese „positive Beklopptheit“, die müsse Schule machen.

Andre Gesthuysen, bei der Moerser Wehr der Projektleiter für den Brandschutzbedarfsplan, weist auf deren größtes Problem hin: „Moers ist eine Auspendlerstadt.“ Will heißen: Zwar haben die Löschzüge insgesamt 295 Mitglieder, jedoch sind tagsüber nur 55 von ihnen in Moers. Hinzu kommen allerdings noch die 20 Wehrleute, die im Schichtdienst der Hauptwache am Jostenhof ihren Dienst versehen.

In den Ferien wird es knapp

„Gerade in den Ferien wird es in manchen Ortsteilen knapp“, so Gesthuysen, weshalb oft zwei oder drei Löschzüge alarmiert werden, um die notwendigen Einsatzkräfte vor Ort zu haben. Moers hat allerdings den Vorteil, eine rund um die Uhr besetzte hauptamtliche Feuerwache zu besitzen – kleinere Kommunen haben das nicht.

Dennoch: Die Wehr braucht dringend Nachwuchs. Die gut aufgestellte Jugendfeuerwehr kümmert sich dabei um die Jüngsten, aber auch Quereinsteiger sind sehr gerne gesehen. Gesthuysen: „Die Löschzüge bemühen sich sehr um die Leute Mitte 30.“ Rudolph fügt hinzu: „Wir haben auch einen 50-jährigen Quereinsteiger.“

Zu diesem Thema hat Christoph Fleischhauer eine klare Meinung. Wertschätzung für die Feuerwehr sei schön und gut, aber sie allein reiche nicht: „Ich muss den Schatz erkennen, den wir da haben, aber ich muss auch ein Teil dieses Schatzes sein.“ Eine Konsumgesellschaft sei tödlich für kollektive Aufgaben, so der Bürgermeister weiter. Die demografische Entwicklung bedinge eine noch größere Anstrengung, für die Mitgliedschaft in den Löschzügen zu werben, erklärt Rudolph.

Fleischhauer ist guten Mutes: „Wir haben perspektivisch viel getan, ich bin auf den ersten Blick nicht bange.“ Aber falls der eine oder andere topfitte Mittdreißiger echte Kameradschaft sucht und bereit ist, etwas für die Allgemeinheit zu tun und Leben zu retten...