Tod in der Baugrube

Moers..  Es war ein Bild, das mehr sagte als 1000 Worte: Feuerwehrleute und Rettungssanitäter standen niedergeschlagen, mit gesenkten Köpfen, an der Baugrube, zur Untätigkeit verdammt. Es war kurz nach 16 Uhr; um 15.30 Uhr hatte sich der tragische Unfall in der Baugrube an der Essenberger Straße in Höhe der Hausnummer 80 ereignet. Ein Arbeiter war in der etwa vier Meter tiefen Baugrube verschüttet worden. Schon hatten sich die Wehrleute zu dem Mann vorgearbeitet, ihn an eine Sicherungsleine gehängt – da passierte es.

Das sandige Erdreich rutschte nach

Wieder gab das sandige Erdreich nach, begrub erneut den Verunglückten, drohte sogar die Retter zu verschütten: Sie mussten raus aus der Grube. Ein Notfallseelsorger kümmerte sich später um die Wehrleute, die so nah daran gewesen waren, den Verschütteten zu retten. Gerade an dieser Stelle war es auch nicht möglich, die Baugrube mit Verschalungen zu sichern. Feuerwehrchef Christoph Rudolph war an der Unglücksstelle bei seinen Männern: „Überall liegen Kabel und Rohre, wir können keine Wände setzen.“

Gemeinsam mit Technischem Hilfswerk und der Duisburger Feuerwehr, die über die notwendige Ausrüstung für einen solch speziellen Einsatz verfügt, waren die Wehrleute bis in den Abend damit beschäftigt, die Baustelle und den Unglücksort so abzusichern, dass man sich bis zu dem Verschütteten würde durcharbeiten können. „Wir mussten die Seitenbereiche stabilisieren und noch weiter in die Tiefe“, so Thomas Nass, stellvertretender Leiter der Moerser Feuerwehr.

Gegen 20 Uhr dann die Meldung: Der Verschüttete, ein 59-jähriger Moerser, ist geborgen. Geborgen, nicht gerettet – es war also das eingetreten, was den Wehrleuten an der Unfallstelle bereits am frühen Nachmittag klar war: Unter den Erdmassen gab es keine Überlebenschance. Nun müssen die Kripo und das Amt für Arbeitsschutz aufklären, wie es zu dem tödlichen Arbeitsunfall kommen konnte.