Tierischer Spaß aufm Holderberg

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Was wir bereits wissen
12. Kinderzug des Marine-Tambor-Corps, der Schützen und der Karnevalsfreunde

Moers..  Gut, Holderberg ist ein eher ländlicher Stadtteil von Moers. Da wundert nicht so sehr, wenn schon mal ein Pferd auf der Flur steht. Und dass am gestrigen Rosenmontag jede Menge Bienen und Bären, Mäuse und Katzen, ja sogar Elefanten und – wen wundert’s bei den Temperaturen – Pinguine unterwegs waren, kam auch nicht überraschend. Aber eine Kuh auf dem Fahrrad war auch an solch einem Tag in Holderberg ein echter Hingucker. Die weiß-schwarze Gestalt auf dem Drahtesel befand sich auf dem Weg zu ihrem Einsatzort, dem zwölften Kinder-Karnevalszug, organisiert von den Karnevalsfreunden, dem Marine-Tambour-Corps und den Bürgerschützen aus dem Stadtteil im Moerser Süden.

Ausgangspunkt war das Schützenhaus, wo sich die 180 Jecken in 13 Gruppen zu Kölschen Liedern warm schunkelten und schon mal das eine oder andere Gläschen – übrigens keine Milch von der Kuh – genossen. Um 11.11 Uhr ging’s los, angeführt vom stattlichen Offizier Thomas Skomlock, alles unter dem Motto: „Feiern und lachen lässt Holderberg erwachen.“ Mehrere Trupps liefen mit Bollerwagen durch das Narrenspalier, einige Wagen hatten Trecker oder Rasenmähertrecker bei der Fahrt durch die Straßen vorgespannt. Auch für die Wagen selbst hatten sich die Jecken einiges einfallen lassen. Auf einem war „Holderbergs next Top Model“ zu sehen – auf dem Land, na klar, eine Strohpuppe, aber auch nicht hässlich genug, um nach Karneval als Vogelscheuche dienen zu können. Ein paar Meter dahinter waren Fußballweltmeister auf der Straße. Der zerzauste Adler vorne am Wagen machte freilich deutlich, dass hier die Schützen nicht mit Bällen geschossen haben konnten. Und dann waren da noch die Karnevalsfreunde: Bambus und Grün machten ihren Wagen zum Dschungelcamp, und auf Plakaten forderten sie „Ich bin ein Holderberger, holt mich hier raus!“ Ganz oben winkte ein entspannter Dschungelkönig dem närrischen Volk zu. Übrigens trugen die „Kandidaten“ in der RTL-Sendung Westen mit ihren Vornamen und Telefonnummern, die allesamt mit 32 16 8 begannen – eine Anleihe aus dem Spider-Murphy-Hit „Skandal im Sperrbezirk“.

Skandale gab es gestern zumindest während des Zuges nicht. Nicht nur die Protagonisten, sondern auch ein paar Tausend Narren am Straßenrand hatten ihren Spaß und freuten sich über die Kamelle. Wie immer machten sich vor allem Familien mit kleinen Kindern auf den Weg in den Moerser Süden. Sandra aus Moers, beispielsweise, selbst verkleidet als schöne Blumenwiese, stand mit Familie und Freunden und einer ganzen Kinderschar am Zug: „Für die Kleinen ist das klasse hier, viel entspannter als beim großen Zug.“

Was auch für die Polizei gilt. Die meldete im Anschluss: Keine besonderen Vorkommnisse. Nicht mal eine Kuh auf dem Fahrrad...