Theater in Moers: Zwischen Rhein und Bosporus

Sibel Polat, Faris Metehan Yüzbasioglu und Harun Ciftci erzählen in dem Recherchestück zum Teil auch eigene Geschichten.
Sibel Polat, Faris Metehan Yüzbasioglu und Harun Ciftci erzählen in dem Recherchestück zum Teil auch eigene Geschichten.
Foto: Taksi to Istanbul MEYER ORIGINALS

Moers..  Wie fühlt sich eigentlich Heimat an und wie oder wo ist sie verortet? Keine einfache Frage für Sibel, Faris und Harun, die in Köln leben, deren familiäre Wurzeln aber in der Türkei liegen. Mit „Taksi to Istanbul“ nahm das Comedia Theater Köln im Rahmen der Penguin’s Days am Mittwochmorgen Hunderte Moerser Schüler mit auf eine spannende und unterhaltsame Suche bei der schnell eines klar wurde: Heimat bedeutet für jeden etwas anderes und ist mehr als einfach nur ein Ort...

Also auf nach Istanbul. In die Stadt, in der Fisch immer frisch ist und jeder Sonnenaufgang ein Erlebnis. Die Stadt, aus der Sibels Großeltern 1963 nach Deutschland aufbrachen, um eine neue Heimat zu finden und in der sie sich auf Spurensuche begeben will. Das Disneyland, in dem Faris hofft, seine Sehnsüchte stillen zu können. Der Ort, an dem Harun einfach nur Urlaub machen möchte.

Der Weg ist das Ziel. Und der ist gepflastert mit Erinnerungen, Geschichten und Gefühlen, mit der Suche nach Identität und der Sehnsucht, seinen Platz zu finden. Dabei lassen sich die drei Schauspieler temporeich immer wieder auf neue Szenen und Spielereien ein. Einzige Requisite: ein Holzkasten auf Rollen, der mal als Taxi, mal als Raststätte genutzt wird. Sibel tanzt zum kölschen Karnevalsschlager Halay, im Reisekoffer sind Schwarzbrot und der FC Köln-Schal, aber in der Zollkontrolle kommt das Trio ordentlich ins Schwitzen: Türke oder Kurdin oder Deutscher oder gar alles drei?

Am Ende gab es begeisterten Applaus für diese fantasievolle, temporeiche und dabei absolut kurzweilige Reise nach Istanbul in einem bestechend authentischen Stück, dessen Entstehungsgeschichte für sich spricht: Für „Taksi to Istanbul“ hat sich das gesamte Produktionsteam auf die Suche nach Geschichten zum Thema gemacht. Drei Monate lang haben sie in Köln Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen interviewt, und auch die drei Schauspieler brachten ihre persönlichen Erfahrungen und Geschichten mit ein.

Am morgigen Freitag, 12. Juni, gibt es bei den Penguin’s Days Theater für die Allerkleinsten: „Rotbällchen“ heißt das Stück für Kinder ab zwei Jahren. Für die Aufführung um 10.30 Uhr im Schloss gibt es noch einige Restkarten unter 02841/ 88 34 112.