Texel im Kloster in Kamp-Lintfort

Wouter Weerman kann beides: Dinge hervor- und wegzaubern, und zauberhafte Bilder von seiner Insel Texel auf die Leinwand bringen.

Kamp-Lintfort..  Für Niederrheiner ist die Insel Texel eines der beliebtesten Urlaubsziele im Nachbarland. Für Wouter Weerman ist sie immer wieder Quelle der Inspiration, zugleich aber auch Rückzugsort für einen Menschen mit vielen Talenten. „Texel auf Kamp. Wouter Weerman – Gemälde eines Lebenskünstlers“ hat Zentrumsleiter Dr. Peter Hahnen die neue Ausstellung im Museum Kloster Kamp überschrieben – und zeigt darin weitaus mehr als weidende Schafe und wogendes Dünengras...

Vielleicht liegt es daran, dass Weerman als Jugendlicher in Nuenen gelebt hat, einem Dorf in den Niederlanden, in dem auch Vincent van Gogh eine Zeit lang zu Hause war. Farbigkeit, Motive, zum Teil auch der Pinselstrich erinnern an das Genie, das Weerman neben Blok van der Velden und Ad van der Lugt als eine seiner drei Inspirationsquellen benennt. Weidelandschaften, Bauernhäuser, Blumengärten – Meer und Strand sucht der Betrachter hier vergeblich. „Das kann schnell kitschig werden“, findet Weerman.

Die Texel-Bilder sind aber nur ein Teil des (Lebens-)Künstlers Weerman. Über die anderen erzählt das Modell in der Vitrine im Raum nebenan: Farben-Kloster nennt der 39-Jährige das Haus mit dem offenen Dach, das anmutet wie eine große Schildkröte. Das, sagt Weerman, sei sein Traum: Ein Kunsthaus, in dem Menschen in größtmöglicher Freiheit und Harmonie mit Architektur und Natur ihren künstlerischen Neigungen nachgehen können. Goethes Farbenlehre hat es dem von der antroposophischen Lehre geprägten Weerman besonders angetan. „Jede Farbe hat einen Charakter und ich lasse sie miteinander sprechen“, sagt Weerman etwa über seinen Zyklus „Requiem“. Diese abstrakten Arbeiten sollen Erlebnisse des Abschieds und der Trauer visualisieren, genauso auch Hoffnung auf Geborgenheit.

Weerman ist nicht nur Maler, er ist zugleich auch als Zauberer und Puppenspieler unterwegs. Zu sehen sind daher auch verschiedene Zauberutensilien und Mausefallen. Mausefallen? „Eine gute Mausefalle tötet nicht, sondern birgt das Tier in ihrer Mitte.“ Das müsse auch ein Zauberkünstler beherrschen – anlocken, zuschnappen und das Publikum in Bann halten.

Wer nicht nur den Maler Weerman kennenlernen will: Zur Finissage der Ausstellung am 23. August lädt das Museum zum Familientag – mit Zauberer Weerman.

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