Taxi-Unternehmerin steht vor Gericht

Kamp-Lintfort/Kleve..  Der Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kleve, der am Dienstag begann, soll über sieben Verhandlungstage gehen. Angeklagt ist die 57-jährige Inhaberin eines Taxi- und Mietwagenunternehmens sowie drei Familienangehörige, die allesamt Steuern hinterzogen sowie den Mitarbeitern Arbeitsentgelt vorenthalten und veruntreut haben sollen.

Viel passiert ist am ersten Tag außer der Verlesung der Anklage indes nicht. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft im Einzelnen: In der Zeit zwischen November 2004 und Ende Februar 2010 sollen die Hauptangeklagte und ihre Familie ihre Fahrer angewiesen haben, regelmäßig die Schichtzettel zu manipulieren und bis zur Hälfte weniger Arbeitsstunden aufzuschreiben, als tatsächlich geleistet wurden. So sollen laut Anklage zwischen drei und sechs Stunden täglich weniger aufgeschrieben worden sein. Die Stunden, die nicht auf den Schichtzetteln auftauchten, sollen den Fahrern laut Staatsanwaltschaft in bar ausgezahlt worden sein – von den Angeklagten oder den Funkern aus einer ganz speziellen Geldkassette.

Wurden Tachostände manipuliert?

Aber nicht nur das: Außerdem sollen die Tachostände der Autos manipuliert worden sein, um die gefahrenen Stunden und die Umsätze des Unternehmens ebenso vor dem Finanzamt zu verschleiern wie die tatsächlichen Einkünfte der Firmenchefin und ihres Ehemannes. Zu guter Letzt sollen auch die Krankenkassen geschädigt worden sein, denn diesen hätten laut Anklage höhere Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge zugestanden. Da jedoch gerade in Prozessen vor einer Wirtschaftsstrafkammer oft nichts so heiß gegessen wie gekocht wird, bleibt abzuwarten, ob alle Verhandlungstage zur Urteilsfindung benötigt werden.