Tarantino am Tresen

Foto: Christoph Karl Banski

Moers..  Die wichtigsten Zutaten für einen Theaterabend zum Thema Gangster und Gauner in der Röhre? Ein gefakter „Big Kahuna“-Burger, ein Schal in der Rolle einer schwarzen Mamba, eine Fußmassage, ein Aktenkoffer, Seifenblasenpistolen und drei prächtig aufgelegte Schauspieler, die die am Mittwochabend bis auf den letzten Platz gefüllte Kneipe in ein durchgeknalltes Tarantino-Filmset verwandelten. Gegeizt wurde an diesem Abend nur mit Kunstblut – die erstaunlich spärlichen Spritzer verdiente sich Felix Hecker, der Matthias Heße, Patrick Dollas und Nicola Schubert am Bass begleitete.

Für diesen von Kathrin Leneke in Szene gesetzten Abend in der „Hörsturz“-Reihe, die das Schlosstheater gemeinsam mit der k.o.-Kulturoffensive alle sechs bis acht Wochen auflegt, hatte sich sogar die Thekencrew samt ihrem Wirt Claudius Albustin in Schale geworfen und kellnerte im Gangsterlook. Vergnügt kalauerte sich das Schauspielertrio vor, hinter und mitunter auch auf dem Tresen hemmungslos durch die grelle Tarantino-Filmwelt – von Pulp Fiction über Jacky Brown bis hin zu Kill Bill – und nahm zuletzt auch dem Tarantino-Wahn verfallene Kinokritiker ins Visier – Bang, bang!

Garniert mit wildem Pistolengefuchtel, live gesungenen und gespielten Filmsongs nahm der Abend schnell das Tempo einer filmreifen Verfolgungsjagd auf. Und wer sich halbwegs im Tarantino-Universum auskannte, durfte sich nicht nur über eine Auswahl der coolsten Sprüche (inklusive Bibelzitaten) freuen, sondern auch über ein Wiedersehen mit „Honey Bunny“, Marsellus, Marvin, Vincent und anderen merkwürdigen Typen ...

Das Kneipenpublikum genoss den spritzigen Abend, sang am Ende sogar „Woo Hoo“ mit und bedankte sich bei den Akteuren mit begeistertem Applaus. Dass die „Röhre“ wie schon beim letzten „Hörsturz“ wieder bis auf den letzten Platz besetzt war, zeigt einmal mehr, dass die Reihe ihr Stammpublikum gefunden hat.

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