Tätowierer lieferten in Moers eine stichhaltige Vorstellung

Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
In Moerser Enni Sportpark trafen Fans und Künstler der Körperbilder an zwei Tagen zusammen. Der Terminplan mancher Tätowierer war voll.

Moers..  Tätowierte Menschen, Rock Musik und das surren der Tattoo Nadeln ist allgegenwärtig auf der ersten internationalen Tattoo Convention in Moers. Der Enni Sportpark lud am vergangenen Wochenende Tattoobegeisterte und Neulinge ein, um einen Eindruck in die Welt der Tattoos zu erhalten und wer ganz mutig war, konnte sich auch direkt tätowieren lassen.

Eine Mutige war zum Beispiel Christina Richter. Die 29-Jährige besuchte die Convention aus reinem Interesse „und dann hab ich mir ganz spontan ein Tattoo stechen lassen“, erzählt die Moerserin. So ziert jetzt ein neues Black-and-Grey Tattoo ihr Schulterblatt und wird sie womöglich immer an die erste Moerser Tattoo Convention erinnern. Auch Jennifer Schindler träumt schon lange von einem Tattoo und erhofft sich auf der Messe, bei der 35 internationale Künstler anwesend waren, spontan und günstig eins zu ergattern. „Ich habe für morgen Abend einen Termin bekommen können, günstiger als im Tattooshop ist das aber nicht,“ erzählt die Praktikantin.

Ein kleines Herz

Neben den Moerser Künstlern der Tattooshops Tattoo by Uli, Schmerzfrequenz und TempRocks konnte die Convention noch einiges mehr bieten. So waren internationale Künstler aus Ungarn, Polen, den Niederlanden und Großbritannien vertreten und stachen Gästen die verschiedensten Motive. Von kleinen Herzen über Totenköpfe auf dem Oberschenkel war alles dabei. „Wir sind heute den ganzen Tag bereits ausgebucht und für Sonntag haben wir auch schon zwei Termine vergeben,“ erzählt Stephan Fleischmann, Inhaber des Studios Schmerzfrequenz auf der Bismarckstraße.

Der gebürtige Bayer, der seinen Laden erst am 15. November des vergangenen Jahres eröffnet hat, nutzt die Convention vor allem als Werbung und freute sich deshalb sehr über die Zusage des Veranstalters Wilfried „Willi“ Gössele. Der erzählt: „Ich habe Moers als Standpunkt gewählt, da es durch die großen Autobahnkreuze gut erreichbar ist.“ Der 54-Jährige besitzt selbst zwei Studios in Kempen und in Emden und bezeichnet sich selbst als Workaholic. „Seit sechs Jahren veranstalte ich jährlich vier Tattoo Conventions, dabei lege ich großen Wert auf die Qualität der Künstler.“ Neben Tattoos konnten sich die Besucher auch Piercings stechen lassen oder, für die weniger mutigen, mit einem Airbrush Tattoo anfangen. Dabei wird mit einer Airbrushpistole Farbe auf die Haut gesprüht – sieht aus wie ein Tattoo, ist jedoch abwaschbar.

Preisverleihungen für „Best of Black-and-Grey“, „Best Color“ oder “Best of the Day” fanden auf der Bühne statt und ermöglichten den Gästen einen Einblick in die Technik der verschiedenen Künstler. Doch konnte man auch einfach von Stand zu Stand gehen und den Künstlern bei ihrem Handwerk über die Schulter gucken.

„Die nächste Moerser Convention ist bereits geplant und wird in ungefähr einem Jahr wieder im Enni-Sportpark stattfinden“, erzählt der Veranstalter, der sich selbst mit zwölf Jahren und einer einfachen Nähnadel und Zeichentusche selbst tätowiert hat. Das war vielleicht nicht ganz nachahmenswert.