Süße Früchtchen treffen Helden
23.02.2009 | 18:34 Uhr 2009-02-23T18:34:00+0100
Im Rosenmontagszug fuhren auch Bewohner des Altenheims in Vluyn mit. Besonders viele Jecken am Rathaus.
Dicke Wolldecken, heißer Tee, selbstgemachte Frikadellen – so startet das Abenteuer „Rosenmontagszug” für zwölf Bewohner des Vluyner Altenheims am Klotzfeld. Zum ersten Mal beteiligen sie sich aktiv am traditionellen Rosenmontagszug und haben auf dem Weg von Neukirchen nach Vluyn jede Menge Spaß.
Eine der Bewohnerinnen, die auf dem Planwagen mit dem Motto „Je öller, je döller” mitfährt, ist Elfriede Gnewuch (85). Für sie wird dieser Tag ein ganz besonderes Erlebnis. „Es macht Spaß, mitzufeiern und nicht nur zuzugucken. „Früher war ich zum Karneval 'mal in Köln, aber das ist schon sehr lange her”, erinnert sie sich. „Besonders den Kindern eine Freude machen zu können, ist schön.” Mit vollen Händen werfen die jecken Alten den Kindern die Kamelle zu.
Ganz vorne mit dabei, neben Axel Loobes, Leiter des Altenheims, sitzt Irene Jogla. „Sie hat gestern bei unserer Karnevalsfeier einen Preis gewonnen, weil sie vor über 100 Menschen gejodelt hat”, so Loobes. Beim Rosenmontagszug sorgt sie mit einem Tamburin in der Hand ebenfalls für Stimmung. Auf die Frage wie alt sie sei, grinst sie nur: „Ich werde nächstes Jahr so um die 80.”
Natürlich ist nicht nur auf dem Wagen der Altenheimat Stimmung, sondern auch alle Jecken der anderen 41 Zugeinheiten heizen dem Narrenvolk, das jubelnd am Straßenrand steht, ordentlich ein. Die Gruppen und Vereine haben ihrer Phantasie wieder freien Lauf gelassen. So zum Beispiel auch die Jugendlichen der Gemeinde Sankt Quirinus. Sie haben ihren Wagen als einen „Käfig voller Helden” gestaltet. Der Schützenverein Vluyn war sich sicher: „Ob Europa, Bund oder Kommunal – der Schützenverein ist immer 'ne gute Wahl”. Die Rommé-Frauen haben sich als Spielkarten verkleidet und sind als „Rommé Zicken” unterwegs. Ein bisschen Heimat bringen die Senatoren der Karnevalgesellschaft Blau Weiße Funken mit. Ihr Wagen zeigt Schloss Bloemersheim.
Die Nachbarn aus Moers wollen nicht abseits stehen im närrischen Getümmel. Der scha(r)fe Löschzug Hülsdonk macht Stimmung mit „Shaun, dem Schaf”.
Auch diesmal drängen sich am Rathaus wieder besonders viele Jecken. Denn dort stellen „Indianer” Bernd Böing und „Matrose” Kurt Best am Mikrofon die Zugwagen und -gruppen vor. „Voll gut hier”, findet der 17-jährige Clown Mark. „Wir laufen den Weg bis Vluyn mit, und danach treffen wir am Vluyner Platz den Rest unserer Clique. Dann feiern wir alle zusammen”, verrät Laura, die sich mit ihrer Freundin Melanie zusammen als „süße Früchtchen”, Pflaume und Erdbeere, unters Volk gemischt haben.
Am Springenweg löst sich der Rosenmontagszug auf. Die Jecken feiern auf der Straße und in der Kulturhalle weiter.
Eine Fotostrecke vom Neukirchen-Vluyner Zug finden Sie hier.
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