Strangio will aus Angst getötet haben
22.01.2009 | 20:45 Uhr 2009-01-22T20:45:00+0100GERICHT. Er sei von seinem Opfer und Teilhaber massiv bedroht worden, so der Angeklagte aus Neukirchen-Vluyn.
NEUKIRCHEN-VLUYN/KLEVE. Ein wenig unglaublich klingt die Geschichte schon, die der 43-jährige Antonio Strangio gestern dem Schwurgericht auf der Klever Schwanenburg schilderte. Sein Opfer und Teilhaber, ein 33-jähriger mutmaßlicher Zuhälter und Drogenhändler, habe sich mit massiven Drohungen gegen seine Familie in seine Kfz-Firma gedrängt. Als der Türke am 1. Juli 2008 mit den Worten "Ich töte dich und deine Familie!" auf ihn zugekommen sei, habe er geschossen. Aus Angst.
Drei Schüsse trafen das Opfer aus kurzer Entfernung in den Kopf. Der Vorsitzende Richter Ulrich Knickrehm fragte den Angeklagten, warum er eine durchgeladene Waffe bei sich getragen habe, als ihn sein Teilhaber am Tattag gegen 14 Uhr aufsuchte. Nach den Mafia-Morden in Duisburg im August 2007 habe auch er sich bedroht gefühlt, so der gebürtige Neukirchen-Vluyner Antonio Strangio. Er war mit den Opfern des Duisburger Massakers verwandt.
Die Schilderung seiner "Geschäftsbeziehung" zum späteren Opfer nahm einen großen Teil der Aussage des Angeklagten ein. Der Türke sei eigentlich ein Kunde seines ersten Teilhabers gewesen. Die schlecht ausgeführte Reparatur eines S-Klasse-Mercedes habe den 33-Jährigen veranlasst, sich mit Antonio Strangio näher zu befassen.
Das Opfer galt als sehr gewalttätig
Das spätere Opfer stammt wie der Täter aus Neukirchen-Vluyn. Ein Komplize beschrieb den 33-Jährigen gestern vor Gericht als sehr gewalttätig. Der Mann soll bundesweit über Kontakte in das Rotlichtmilieu verfügt und mit Kokain gehandelt haben. Die Dortmunder Kripo ermittelte gegen ihn wegen Totschlags. Sein Teilhaber sei gefährlich gewesen, so Strangio. Er habe sich gegen die Versuche, Geld aus ihm herauszuholen, nicht zu wehren gewagt.
So habe der 33-Jährige behauptet, die schlecht ausgeführte Reparatur des Unfallschadens an der S-Klasse habe ihn um 13 000 Euro gebracht - Strangio zahlte ihm das Geld. Der Zuhälter fuhr einen 7er-BMW - Strangio zahlte die Leasingraten. Der Bruder des späteren Opfers und eine seiner Freundinnen brauchten Jobs - Strangio stellte beide pro forma ein. Wie Richter Ulrich Knickrehm ausrechnete, belief sich der Schuldenberg des Kfz-Meisters schließlich auf rund 70 000 Euro. Dagegen gewehrt haben will er sich nie.
Das Schwurgericht muss nun entscheiden, ob die Tat ein Totschlag - als Kurzschlussreaktion auf eine vermutete Bedrohung - oder aber ein kaltblütiger Mord zur Beseitigung eines Erpressers war. Das Urteil wird für heute erwartet, nachdem auch ein Rechtsmediziner zu Wort gekommen ist.
21:02
Niemand hat das recht einem anderen das leben zu nehmen egal was er macht und was er ist !!!! wenn es schon passiert das man aus verzweiflung jemanden umbringt !!!!stelle ich mich!!!! und organisiere nicht danach wie der wagen weg kommt!!! wie ich die waffe beseitige etc..... Es war geplant von Strangio und das ist das schlimme dabei!!!!! und deshalb sind 10 Jahre zu wenig.. Und wisst Ihr was das schlimmst an der ganzen sache ist?????????? ER HAT NOCH NICHT EINMAL SEINEM TOT RUHE GEGEBEN er hat seine leiche an verschiedenen orten abgelegt . Strangio hat noch nicht einmal zugelassen das die familie sich von Y.A verabschieden kann.
13:58
Das ist doch diskreminierend, wo bleibt die Anschrift und Telefonnummer? Was ist mit Familien die den gleichen Namen tragen aber mit der Sache nichts zu tun haben? Hat wohl der Autor dieses Artikels nicht nachgedacht, kann mann nur für Ihn hoffen das er nie in solch eine Situation kommt.
12:12
Pressefreiheit ganz gut und schön. Ist es wirklich erforderlich den Namen voll auszuschreiben. Hat hier jemand mal an die Kinder gedacht ?. Warum hat man nicht gleich die Familie um ein Foto gebeten?