Sternsinger machten sich in Moers und Neukirchen-Vluyn auf den Weg

Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Sie bringen den Segen und sammeln für notleidende Kinder in der Dritten Welt. In Neukirchen-Vluyn kommen die Sternsinger auf Anmeldung.

Moers/Neukirchen-Vluyn..  Auf der ganzen Welt gibt es Kinder, die nicht genug zu essen haben. Diesem Problem widmen sich dieses Jahr wieder die Sternsinger aus ganz Deutschland. „Segen bringen Segen sein – Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit“, ist das Motto der aktuellen Aktion.

Die katholische und die evangelische Kirche in Moers-Scherpenberg tun sich jedes Jahr dafür zusammen und so ziehen die Kinder beider Gemeinden gemeinsam von Haus zu Haus. Am Wochenende machten sich rund dreißig Kinder sowie einige ehrenamtliche Helfer auf den Weg und klingelten insgesamt rund 13 Stunden lang an den Haustüren der Scherpenberger. Dabei bestanden die kleinen Gruppen mindestens aus drei Leuten – Caspar, Melchior und Balthasar, die drei Könige aus der Weihnachtsgeschichte, die Jesus an der Krippe besuchten und ihm Geschenke brachten.

Was natürlich auch in keiner Gruppe fehlen durfte: ein Stern, eine Spendendose, ein Stück Kreide und eine Hand voll Aufkleber. Außerdem waren die Kinder fast alle mit Krone und Umhang bekleidet. Ulrike Kehrein, ehrenamtliche Mitarbeiterin der evangelischen Kirche Scherpenberg, zog mit Laura und Philipp los, die beide zum wiederholten Mal dabei waren und Lieder wie „Stern über Bethlehem“ längst auswendig können.

Ulrike Kehrein: „Die Spenden werden nicht nur für die Ernährung der Kinder ausgegeben, sondern dies ist nur ein Teil der Hilfe. Es geht auch darum, was wir verändern müssen, damit es uns und unseren Kindern besser geht“, erklärte die Mutter von vier Kindern.

Die Haustür aufmachen

Sie schätzte die Durchschnittsspende auf fünf Euro und die Zahl derer, die ihre Haustür aufmachen, auf rund fünfzig Prozent. „Viele waren am Samstagmorgen zum Beispiel noch im Schlafanzug. Gegen Mittag waren dann viele nicht da, wahrscheinlich waren sie einkaufen.“ Laura erzählte: „Ältere Menschen spenden meistens mehr als jüngere, und geben uns immer noch Süßigkeiten dazu.“

Auch die Kinder der Gemeinde St. Quirinus in Neukirchen-Vluyn freuten sich über die Süßigkeiten, die sie erhielten. Die wurden brüderlich zwischen allen geteilt – und was zu viel war, bekam die Flüchtlingshilfe.

Während es in Moers rund 30 Kinder für einen Stadtteil gab, sind es in Neukirchen-Vluyn nur 37 für die ganze Stadt. „Das sind viel zu wenig Kinder“, bedauerte Wiebke Mengeringhausen, Pastoralreferentin der katholischen Kirche. Und das, obwohl nicht nur christliche Kinder an der Aktion teilnehmen, sondern auch muslimische. Durch die Unterbesetzung hat sich die Kirche dazu entschlossen, dass sich die Bürger anmelden mussten, falls sie den Besuch der Sternsinger wünschten. So kam es dann, dass Magdalena Gräfen, Mutter von zwei Kindern und ehrenamtliche Helferin, mit ihren drei Königen Lilly, Charlotte und Junia, und einer Liste mit Namen nur bestimmte Häuser ansteuerte.

Spaß beim Sammeln

„Das macht einfach Spaß, mit Freunden in Kostümen an Haustüren zu klingeln und zu sammeln“, erzählte die siebenjährige Charlotte, die nun zum zweiten Mal dabei war.

Und: Weil sich nur in angemeldeten Häusern die Türen öffnen, kommt es in Neukirchen-Vluyn schon mal häufiger vor, dass ein fünfzig-Euro-Schein in der Spendendose und eine Packung Toffifee in der Tüte landen. Pastoralreferentin Mengeringhausen: „In den letzten Jahren haben wir im Durchschnitt 9000 Euro gesammelt. Das wollen wir wieder schaffen.“