Stadtführung in Moers mit Liegestuhl und Lunchpaket

Kreuz und quer durch Moers mit dem Kidsclub des Jungen STM: „Ich zeig dir was, was du nicht siehst".
Kreuz und quer durch Moers mit dem Kidsclub des Jungen STM: „Ich zeig dir was, was du nicht siehst".
Foto: Christoph Karl Banski

Moers..  Das Moerser Theaterpublikum ist in der Regel offen für neue Ideen. Von daher hatte der Kidsclub, der neuste und gleichzeitig jüngste Ableger des Schlosstheaters, mit seinem Stück „Ich zeig dir was, was du nicht siehst“ nicht zu hoch gepokert, als die Truppe ihr Publikum gestern Nachmittag mit Klappliegestühlen und überdimensionierten Lunchpaketen auf eine etwas andere Stadtführung quer durch Moers mitnahmen.

STM-Theaterpädagogin Maria Filimonov hatte das vergnügliche Straßentheaterprojekt gemeinsam mit dem kleinen Kids Club-Ensemble entwickelt – Alexa Pelz, Anastasia Kabouridis, Ida Kräuter, Ida Schreiber, Janna Pawlenko, Jill Pannen, Lena Heger, und Ruth Weyers hauchten dem einstündigen Stadtrundgang Leben ein.

Willkommen in Moers – die resolute Stadtführerin „Frau Pannen“ zeigte den Zuschauern Seiten ihrer Stadt, die diese so garantiert noch nicht gesehen hatten. Vom Treffpunkt „Henriette“ ging es zunächst in den Stadtpark, wo die Zuschauer erst von einer Räuberbande ausgeraubt wurden und anschließend einer sympathischen Wichtelfamilie begegneten. Dann hieß es schnurstracks – stets ganz authentisch dem hoch gereckten Schirm der Stadtführerin hinterher – zurück zum Schloss, wo oben aus dem Fenster Gräfin Walpurgis winkte. Ja – und was wollen adelige Damen?

Das Publikum hatte ganze 90 Sekunden im mühselig aufgebauten Liegestuhl, um das zu erraten. Eis essen? Fehlanzeige. Chillen? Mitnichten – die Gräfin wollte nur eins: ans Meer! Liegestühle wieder zugeklappt, Lunchpakete geschultert und weiter durch die City. Dabei ließ Frau Pannen ihre Mitreisenden in bester Pippi-Langstrumpf-Manier über Mäuerchen klettern, Slalom um Poller laufen und Ehrenrunden um Laternen drehen. Nach Kino vor dem Kino (natürlich im wieder aufgeklappten Liegestuhl) führte die Reise durch die Zwergengasse vorbei am Pumpeneck bis zum Rathaus. Dort erkannte Gräfin Walpurgis – wahrscheinlich anhand der Bepflanzung – die Dünen samt Strand und Meer. Zum letzten Mal hieß es hier Liegestühle aufklappen und eine kleine gespielte Geschichte vom Meer genießen. Den Schlussapplaus hatten sich jungen improvisationsfreudigen Akteurinnen verdient.