Stadt will für Kirmes nicht mehr blechen
03.02.2010 | 19:58 Uhr 2010-02-03T19:58:00+0100Moers. Schluss mit dem Zuschuss-Geschäft Kirmes. Die beliebte Veranstaltung, eine der so genannten freiwilligen Leistungen der Stadt, bringt zwar regelmäßig Menschen und Geld nach Moers, riss in den letzten Jahren aber auch ein dickes Loch ins Budget.
Knapp 120 000 Euro Kosten standen zuletzt nicht ganz 100 000 Euro Einnahmen gegenüber. Nun werden die Standgelder für die Schausteller, die an den fünf Tagen im September gut verdienen, erhöht. Um 25 Prozent.
Ein Vorschlag, den die Politik gestern zwar absegnete, aber nicht ohne Diskussion. Denn die Schausteller haben eine nicht zu unterschätzende Lobby.
Auf dem Altmarkt dürfen die Wirte weitermachen
In einem Brief des Schaustellervereins Moers etwa äußert Rudolf Edling seine „Entrüstung”. Er geht noch weiter und spricht nach jahrelanger konstruktiver Zusammenarbeit von einem Vertrauensbruch. Man müsse schließlich nicht nur die berechtigten Sorgen der Kommune sehen, sondern auch die seiner Branche. Edling fürchtet bei höheren Standkosten um die Qualität der gesamten Veranstaltung. Beim Niederrheinischen Schaustellerverein Moers machte der Vorsitzende Dirk Aberfeld ebenfalls mobil. Er bat konkret darum, die Preise um 15 Prozent für das Jahr 2010 und weitere zehn in 2011 zu erhöhen. Außerdem kritisierte Aberfeld den vorverlegten Zahlungstermin. Der 15. Juli würde bedeute, dass Schausteller sieben Wochen in Vorlage gehen müssten. Das könne man bei der Fülle der Veranstaltungen, die vorfinanziert werden müssten, nicht leisten.
Die Verwaltung verteidigte ihren Vorschlag in Person von Kornelia zum Kolk. Die Kostenerhöhung sei alternativlos und eine Staffelung aus logistischen Gründen nicht zielführend.
Auf dem Altmarkt bleibt's beim Alten
Auf dem Altmarkt bleibt alles beim Alten. Die Ampel-Kooperation aus SPD. FDP und Grünen verwarf ihren Plan, das Areal zur Kirmeszeit zum Kirmesplatz umzuwidmen und damit den Schaustellern zur Verfügung zu stellen. Die Altmarkt-Wirte nutzen den Platz seit Jahren gegen eine vergleichsweise geringere Sondernutzungsgebühr für ein Bühnenprogramm. Dies allerdings an den weniger publikumsträchtigen Tagen mit eingeschränktem Angebot. Nun dürfen sie weitermachen, allerdings mit der Verpflichtung einer Fünf-Tage-Bespielung.
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