Stadt mietet CJD-Gebäude in Neukirchen-Vluyn an

Das Heim des Christlichen Jugenddorfes (CJD) an der Wiesfurthstraße.
Das Heim des Christlichen Jugenddorfes (CJD) an der Wiesfurthstraße.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Rat der Stadt hat dazu in seiner jüngsten Sitzung Grünes Licht gegeben. Der Vertrag gilt zunächst für zwei Jahre, mit der Option zur Verlängerung.

Neukirchen-Vluyn..  Die Stadt kann ein Gebäude des CJD NRW an der Wiesfurthstraße befristet zur Unterbringung von Flüchtlingen anmieten. Dazu hat der Rat der Stadt die Verwaltung in seiner Sitzung am Mittwochabend ermächtigt. Allerdings ist die Belegung mit der Maßgabe versehen, die dortige Auslastung auf maximal 60 Personen als Regel vorzusehen.

Mit dieser Begrenzung folgte das Gremium dem Wunsch der SPD-Fraktion, deren Vorsitzender Jochen Gottke anmerkte, das müsse ausreichen für eine Wohnumgebung. Durch den von Klaus Wallenstein (NV Auf geht’s) benannten Zusatz „als Regelbelegung“ hält sich die Stadt die Möglichkeit offen, in Notsituationen übergangsweise auch mehr Menschen dort unterzubringen.

Hans-Peter Burs (CDU) und Christian Esser (Grüne) forderten unisono, dass es zeitnah eine Bürgerinformation für die Nachbarn an der Wiesfurthstraße geben sollte, von denen sich etliche im Ratssaal befanden und eingangs der Sitzung in der Einwohnerfragestunde ihre Anliegen geäußert hatten.

Warum es keine kleinen Einheiten gebe, wollten sie wissen, ob das Gebäude brandschutztechnisch überhaupt geeignet sei, ob es Ansprechpartner für die Flüchtlinge wie für die Anwohner geben wird. Der allgemeine Beigeordnete Jörg Geulmann verwies erneut darauf, dass die Stadt sich bereits diverse Abfuhren bei privaten Vermietern eingeholt habe, nachdem diesen gewahr wurde, zu welchem Zweck die Wohnungen angemietet werden sollten. Gleichwohl bleibe das Ziel eine dezentrale Unterbringung – soweit dies möglich ist.

Deutliche Kritik am bestehenden Standort Hugengraben äußerte Jochen Lobnig (FDP/Piraten). „Die Unterbringung ist mangelhaft bis ungenügend“, sagte er. Und auch bei der Dörpfeldschule, die gerade zum Zwecke der Unterbringung von Flüchtlingen umgebaut wird, fand er Kritikpunkte: Sanitäre Anlagen gehörten nicht auf den Hof, zudem sei die Quadratmeterzahl nicht angemessen. Lobnig verwies dabei auf Äußerungen von „Pro Asyl“ und dem Flüchtlingsrat.

Die Irritationen, dass aktuell über das CJD-Heim diskutiert werde, konnte der Pirat ebenso wenig nachvollziehen wie Markus Nacke (CDU), der darauf verwies, dass die SPD das besagte Ensemble sogar für den besseren Standort gehalten habe. „Ihr wolltet das sogar kaufen“, rief er Gottke über die trennenden Tische hinweg zu.

Der SPD-Chef legte Wert darauf, dass es nicht bei dem singulären Fall bleibt, sondern im nächsten Sozialausschuss über ein generelles Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen gesprochen werden soll. Die Begrenzung von 60 Menschen müsse auch für die Dörpfeldschule gelten. Zudem müsse es einen zuständigen Hausmeister geben, forderte Gottke, was auch Klaus Wallenstein befürwortete, der damit ein früheres Anliegen von NV Auf geht’s bestätigt sah.