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Stadt bekämpft Eichenprozessionsspinner

22.04.2009 | 14:55 Uhr

Die Brennhaare der Raupe können allergische Reaktionen auslösen.

Eichenprozessionsspinner wird in Moers biologisch bekämpft

Moers. Aus dieser Raupe wird einmal ein Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner. Er hört auf den Namen Thaumetopoea processionnea oder auch: Eichenprozessionsspinner. In diesem Jahr soll es in Moers möglichst wenige davon geben. Der Grund: Die Brennhaare der Raupe brechen leicht und lösen bei Berührung teilweise heftige allergische Reaktionen aus – von Quaddeln über Entzündungen bis zu Husten- oder Asthmaanfällen, teilweise verbunden mit Schwindel und Fieber. Deshalb soll´s dem Eichenprozessionsspinner jetzt bereits vor der Entwicklung an den Kragen gehen.

Das biologische Schädlingsbekämpfungsmittel „Bacillus thuringiensis“ wird ab Mai von den Städtischen Betrieben (sbm) eingesetzt und ist für Mensch und Tier ungefährlich, teilt die Stadt Moers mit. Von der Raupe wird das Mittel dagegen schnell aufgenommen. Es führt zu einem sogenannten „Fraßstopp“, sodass die Entwicklung vor dem gefährlichen zweiten Stadium abgebrochen wird.

Vorbeugender Einsatz

„Bisher haben wir die Nester immer abgeflammt“, berichtet Ralf Hötzel von den sbm. „Diese Arbeit war zum einen aufwändig und teuer. Zum anderen konnten wir so die Ausbreitung nicht verhindern.“ Dies wird nun zum Teil möglich sein. Die bekannten Stellen der letzten Jahre werden vorbeugend im ersten Stadium der Entwicklung der Raupen gespritzt. Sollte das nicht geholfen haben, werden die Nester wieder abgeflammt. „Da sich der Eichenprozessionsspinner natürlich auch auf privaten Grundstücken ausbreiten kann, helfen wir gerne weiter. Wir vermitteln dann unsere Fachfirma“, erläutert Hötzel.

Privaten Befall melden

Der Eichenprozessionsspinner ist vor allem in Süd- und Mitteleuropa verbreitet und bevorzugt sonnige Standorte, einzeln stehende Bäume und lichte Wälder. Seit dem Jahr 2003 breitet er sich von den Niederlanden kommend auch bei uns aus. 2004 gab es in Moers den ersten Befall. Bis zum letzten Jahr haben sich die Fälle verzehnfacht. Betroffen sind unter anderem Spielplätze, Friedhöfe und andere Grünflächen. Bürgerinnen und Bürger, die auf ihrem privaten Gründstück Nester entdecken, sind verpflichtet, sich im Sinne der Gefahrenabwehr zu melden, falls sie nicht selbst ein Unternehmen zur Beseitigung beauftragen.

Fragen zum Thema: Ralf Hötzel, Städtische Betriebe Moers, Telefon 0 28 41 / 88 10-310.

Befall melden: Heinz-Jürgen Bürks, Fachdienst Ordnung, Telefon 0 28 41 / 201-625 oder heinz-juergen.buerks@moers.de.

Thomas WITTENSCHLÄGER

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