SPD will Standards für Flüchtlingsunterkünfte

Im leer stehenden CJD Heim an der Wiesfurthstraße sollen Flüchtlinge untergebracht werden. Foto: Ulla Michels / Funke Foto Services
Im leer stehenden CJD Heim an der Wiesfurthstraße sollen Flüchtlinge untergebracht werden. Foto: Ulla Michels / Funke Foto Services
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Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW fordern wenigstens 9 Quadratmeter pro Person, in den Neukirchen-Vluyner Gemeinschaftsunterkünften stehen jedem nur sechs Quadratmeter zu

Neukirchen-Vluyn.. Die SPD will Mindeststandards in Flüchtlingsunterkünften setzen. Für den nächsten Sozialausschuss soll das Thema auf die Tagesordnung gesetzt werden. Die Verwaltung soll verbindlich umzusetzende Standards und qualitative Richtlinien zur Unterbringung von Flüchtlingen in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften entwickeln, fordern die Sozialdemokraten.

Als Grundlage fügt die SPD-Fraktion eine Stellungnahme der Landesarbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW aus dem vergangenen Jahr bei, die auf einen früheren Fragenkatalog der überörtlichen Piraten antwortet. Darin heißt es unter anderem: „Pro Person sollten bei kurzzeitiger Unterbringung (z.B. in EAEs) mindestens 9 qm, bei längerfristiger Unterbringung mindestens 12 qm angestrebt werden.“

In Neukirchen-Vluyn liegt die Quadratmeterzahl, die jedem Flüchtling in den Gemeinschaftsunterkünften zur Verfügung steht, bei 6 qm. Im CJD-Gebäude an der Wiesfurthstraße, das die Stadt jetzt zusätzlich anmietet, liegt die Fläche womöglich noch etwas unter diesem Maß, was schon am Rande der Informationsveranstaltung für die Nachbarn zum Teil kritisch hinterfragt wurde.

Dauerthema

„Die Diskussion der vergangenen Monate hat gezeigt, dass die Frage der Standards in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge einen Dauerthema geworden ist. Um die Aufgabenerledigung in diesem Bereich verantwortlich wahrnehmen zu können, ist die Erarbeitung von kommunalen Standards auch für unsere Stadt sinnvoll und geboten“, begründet der Fraktionsvorsitzende Jochen Gottke. Darüber hinaus möchte die SPD auch das Thema „Betreuungskonzept“ wieder auf die Tagesordnung setzen.