SPD: Schnuppern im alten Knast

Moers..  Anfang Mai berichtete die WAZ erstmals über den FDP-Vorschlag, die ehemalige Abschiebehaftanstalt als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Jetzt hat Ratsfrau Beret Roots ihren Vorschlag noch einmal erneuert – und trifft bei der SPD auf wenig Verständnis.

Andreas Albrecht teilte am Freitag unter anderem mit: „Als Ratsmitglied der SPD-Fraktion werde ich mich als Ausdruck der Willkommenskultur dafür einsetzen, dass die Mitglieder der FDP Fraktion im Rat der Stadt Moers ein Schnupperwochenende im ehemaligen Knast bzw. der ehemaligen Abschiebe Haftanstalt verbringen können. Die FDP Fraktion kann dann auch alle Einladen, die mit ihr der Meinung sind, dies wäre ein geeigneter Ort für traumatisierte Flüchtlinge aus aller Welt. Die ehemalige Haftanstalt war zuletzt die letzte Station für Abschiebehäftlinge, dort haben Menschen zutiefst verzweifelt als letzten Ausweg den Freitod gewählt, um der Abschiebung zu entgehen.“

Auch bei der Stadt verfolgt man diesen Gedanken nicht weiter. „Wir haben zunächst die Gebäude im Blick, die der Stadt gehören“, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Die ehemalige Abschiebehaftanstalt gehört dem Land NRW.

Keine Berücksichtigung fand ein Vorschlag von Landtagsmitglied Ibrahim Yetim (SPD), das NIAG Bürogebäude als möglichen Standort für eine Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Yetim teilte mit, dass das Objekt durch die Bezirksregierung geprüft, aber als nicht geeignet eingestuft worden sei.