SPD fordert Geld für Badplanung
08.02.2012 | 18:32 Uhr 2012-02-08T18:32:00+0100
Neukirchen-Vluyn.Vor dem Hintergrund, dass in Moers streng gespart werden muss und ein Gesamtkonzept Solimare in weite Ferne rücken könnte, fordert die SPD, 100 000 Euro mit Sperrvermerk für die Planung eines Lehrschwimmbeckens in den Haushalt zu stellen.
Hintergrund: Enni führt das Freizeitbad im Auftrag der Stadt. Fraktionsvorsitzender Günter Zeller: „Laut Enni brechen uns dadurch, dass viele private Hallenbadbesucher sich nun das Wasser mit Vereinen und Schulen teilen müssen, die Einnahmen weg. Auch sind die Öffnungszeiten unübersichtlich geworden.“ Manchem sei der umgestellte Betrieb zu ungemütlich.
Nach den Sommerferien wurden alle Vereine und Schulen, auch die, die zuvor das Lehrschwimmbecken belegt hatten, im Hallenbad untergebracht. Bereits in der Ratssitzung am 19. Oktober berichtete Dirk Hohensträter von Enni, dass Schulen und Vereine relativ zufrieden seien, die privaten Besucher aber wegblieben. Dabei schätzte er den jährlichen Einnahmeverlust auf besagte 150 000 Euro.
Bis Mai sollen dem Rat von Enni neue Zahlen vorliegen. Ob sich die Schätzung bewahrheite, konnte Hohensträter gestern nicht sagen „Wir sammeln Zahlen und Erfahrungen und geben der Politik im Mai eine Empfehlung für den weiteren Betrieb.“
„Neues Becken machte sich bezahlt“
Günter Zeller: „Bei jährlichen 150 000 Euro Minus hat sich das Lehrschwimmbecken in zehn Jahren bezahlt gemacht.“ Laut Gutachten kostete ein Lehrschwimmbecken rund 1,5 Millionen Euro.
Heiner Schlitzer (Grüne) teilt auf Anfrage mit, man solle bis Mai besser „die Füße still halten. 100 000 Euro belasteten unseren Haushalt ja zusätzlich.“ Klaus Franzen (CDU): „Die Situation im Hallenbad ist so, dass man damit leben kann. Wir haben wichtigere Dinge zu tun. Und: Wenn die neuen Bäder in Lintfort und Rheinkamp öffnen, ist die Konkurrenz noch größer. Da machten Investitionen hier kaum Sinn.“
15:07
Der richtige Ansatz. Dass sich Vereine und Schulen sich relativ zufrieden geben, ist klar. Mehr geht einfach nicht, ausser der Rat stimmt der Haltung der SPD zu. Wie sehr das Lehrschwimmbecken benötigt wird, zeigen die Zahlen der Schwimmstunden einzelner Klassen. Diese sind ebenfalls rückläufig. Und von einer Nutzung als "Freizeitbad" ist der Schwimmtempel in Neukirchen-Vluyn sehr weit entfernt. Bedauerlicher Weise sind es sehr unsportliche Menschen, welche politische Entscheidungen zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger treffen. Von Fehlplanungen bei der kommunalen Finanzierung ganz abgesehen.
12:23
Lange Jahre waren wir Besucher des Bades und kamen sehr gerne. Nach der Renovierung waren wir einmal da und wurden fast totgetrampelt.
Für Familienbesuche ist das Bad dank der Vereinsvandalen unzumutbar geworden.
:-(