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Party

Sowas von heiß

18.10.2009 | 18:57 Uhr

Moers. Tausende waren am Samstag wieder in der Innenstadt und den Ortsteilen Scherpenberg, Hülsdonk und Repelen unterwegs. Auf 25 Bühnen in 25 Lokalen stieg die sechste „Enni Night of the Bands”.

Über Oldies, Rockclassics bis hin zu Latin & Merengue wurde den Erlebnishungrigen ein breites Programm geboten und die Partystimmung war entsprechend gut.

„Hallo. Welcome to the seventies”, brüllt im Dschungel der Sänger der „Coverkings” ins Mikro. Das Lokal ist brechend voll. „Wer hier ist, der braucht keine Sauna mehr”, scherzen die Gäste, denn die Luft ist heiß und feucht. Die Bandmitglieder in ihren bunten Klamotten und mit Schlaghosen sehen aus wie Hippies. Und das ist dann auch das Motto des Abends. Hits wie „One Way Ticket To The Moon” und „Hip Teens Don't Wear Blue Jeans” schallen von der Bühne und das Publikum singt begeistert mit.

Bei Kampmann wird dagegen ein ganz anderes Genre bedient. Die Gruppe „Typ” covert hier AC/DC-Hits vom Feinsten. Heiße E-Gitarren Soli heizen der Menge ein und als der Sänger mit einem riesigen Satz von der Bühne springt um direkt vor dem Publikum kniend Luftgitarre zu spielen, kreischen und pfeifen die Schaulustigen vor Begeisterung.

Kaum ein

Reinkommen

In den Straßen der Innenstadt ist es diesmal nicht so voll wie im letzten Jahr, was vielleicht auch an der schattigen Temperatur liegen mag. Doch die Lokale sind auch hier proppenvoll. Im Mondrian ist an ein Reinkommen kaum mehr zu denken. Wie gut, dass die Band „Freezeland” direkt neben der Eingangstür spielt. So können auch die vielen Zaungäste vor der Tür noch genug mitbekommen, um beigeistert mitzusingen und zu feiern.

„Ich hab' hier was Schönes für alle Freunde von Santana”, kündigt der Sänger der „The Candidates” im Fiddlers an, und dann tönt „Black Magic Woman” aus den riesigen Boxen. Der 29-jährige Sebastian Schwenke aus Holderberg ist eigentlich mit seinen Kumpels auf Kneipentour. „Musik muss noch richtig handgemacht sein, ohne Computer, so wie hier”, findet er und erzählt weiter „Ich habe hier an der Bar zufällig meine Tante und meinen Onkel getroffen.” Ein generationsübergereifendes Musikfestival eben.

Vor dem Extrablatt sitzen sogar draußen unter den Heizstrahlern Gäste und nutzen die Gelegenheit zum Klönen und Flirten. Drinnen röhrt die Band „Bettyford” gerade „Living On A Prayer” von Bon Jovi. Die Mädels in den vordersten Reihen tanzen enthusiastisch mit.

Auch am Hans-Dieter-Hüsch-Platz, dem „Bermuda-Dreieck”, herrscht reges Treiben. Im „Cafe´ des Arts” gibt es Rhythm and Blues mit der „Ray Charles Revival Show”, im AT spielen „Fun Factor” einen Pop-Radio-Hit-Mix. „Hier ist kein Durchkommen mehr”, stellt die Bedienung fest und lässt resigniert das Tablett sinken. Wirtin Brigitte Rachjanovic ist mit dem Umsatz zufrieden. „Im letzten Jahr musste ich sogar Leute vor der Tür wegschicken. Aber dieses Jahr haben wir ja das Zelt. Damit haben wir den Laden quasi nach draußen verlängert”, freut sie sich.

Im Lokal Alt Repelen bringt „Bongiovio” gerade eine gelungene Softversion des Hits „Living On A Prayer”. Es wird Klammerblues getanzt. Die Musik ist rockig und zugleich gefühlvoll. Die fünf Jungs von der Band sind richtig gut. Da mag es sicherlich an der fortgeschrittenen Uhrzeit und der Lage des Lokals am Stadtrand liegen, dass hier nicht mehr so viel los ist.

In der Moerser City tobt noch immer der Bär. In der Röhre herrscht Partystimmung. Hier heizen „Soulmine” mit Soul und Funk den späten Gästen noch so richtig ein. Es wird getanzt und mitgeschwoft. Eine junge Frau steht sogar auf einem Barhocker und jubelt von dort aus der Band zu. „Es ist ein großartiger Abend, aber wir sind fix und alle und wollen uns mit dem nächsten Song von euch verabschieden”, kündigt der Sänger an.

Ja, ein wirklich toller Abend geht zu Ende und Moers freut sich schon auf die siebte „Enni Night of the Bands".

Cornelia Brandt

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