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Sohn zerlegte das Auto seiner Mutter mit der Flex

29.09.2008 | 20:06 Uhr

GERICHT. 26-Jähriger stahl außerdem seinem Arbeitgeber vier Fahrzeuge und Werkzeug im Wert von rund 90 000 Euro.

KAMP-LINTFORT/NEUKIRCHEN-VLUYN/MOERS. Er fühlte sich von seiner Mutter in Neukirchen-Vluyn schlecht behandelt. Er fühlte sich von seinem Arbeitgeber in Kamp-Lintfort ausgebeutet. Dies habe ihn, so ein 26-Jähriger vor dem Moerser Schöffengericht, zu seinen Taten getrieben: Er stahl den Mitsubishi Colt seiner Mutter und zerlegte ihn mit einer Flex in Einzelteile. Außerdem stahl er aus dem Autohaus, in dem er arbeitete, vier Autos und wertvolles Werkzeug im Wert von 90 000 Euro. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Angela Glatz-Büscher verurteilte den Mann jetzt zu zwei Jahren auf Bewährung.

Zwar glaubte das Gericht dem 26-Jährigen nicht die Existenz zweier großer Unbekannter, aber dem Autohaus war kein größerer Schaden entstanden, da sich Autos und Werkzeug in einer Halle in Alpen wiederfanden. Zu dem Diebstahl der vier Autos soll es gekommen sein, nachdem ein Unbekannter ihn angesprochen habe und sagte: "Ich weiß, was du getan hast."

Damit gemeint haben will der Unbekannte einen Einbruch in das Autohaus, den der Angeklagte Mitte Juli letzten Jahres begangen hatte. Als er sich unter anderem mit Werkzeug aus dem Staub machen wollte, sei plötzlich ein anderer Unbekannter in der Werkstatt erschienen. Der habe das Werkzeug mitgenommen und im Gegenzug den Einbruch des Angeklagten vergessen wollen.

Im September sei der zweite große Unbekannte aufgetaucht und habe ihn gezwungen, die Halle in Alpen zu mieten. Weil er sich gerade über seine Mutter geärgert habe, stahl er deren Mitsubishi und zerlegte ihn dort mit einer Flex.

Nachts ein Auto nach dem anderen geklaut

Kurz darauf wurde ihm gekündigt - worauf er am 19. Oktober nachts nacheinander vier Autos beim Ex-Arbeitgeber stahl und in der Halle abstellte. Durch eine anonyme Anzeige kam man ihm auf die Schliche.

Das Gericht nahm dem 26-Jährigen die großen Unbekannten nicht ab. Der Neukirchen-Vluyner war früher wegen einer schizophrenen Psychose in Behandlung, gilt aber mittlerweile als vollständig geheilt. Das Gericht hielt ihm seine "kindliche Entwicklungsstufe" zu Gute und verurteilte ihn zu zwei Jahren auf Bewährung; die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre und vier Monate Gefängnis gefordert. Der 26-Jährige hat nun Pläne: Er will sein Fachabi nachholen und anschließend studieren.

HARRY SEELHOFF

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Kommentare
30.09.2008
10:43
Sohn zerlegte das Auto seiner Mutter mit der Flex
von Hans A. | #1

Ja ja, die leisen Stimmen.....

Eine alte aber immer noch originelle Ausrede.

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