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Gericht

Sohn drohte Eltern, sie zu töten

22.12.2010 | 16:36 Uhr
Sohn drohte Eltern, sie zu töten

Moers.Der Prozess der auswärtigen großen Strafkammer gegen einen 21-jährigen Tamilen aus Kamp-Lintfort wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung endete, bevor er überhaupt begann: Denn von dem Angeklagten fehlte jede Spur.

Verhandelt werden sollte seine Straftat vom 23. Februar, als sich der Angeklagte in der Wohnung seines Vaters und seiner Stiefmutter in Kamp-Lintfort aufhielt. Er verlangte von seinem Vater 20 Euro. Aus Angst gab ihm der Vater sein ganzes Bargeld – zehn Euro.

Mit dem Hackmesser auf
die Stiefmutter losgegangen

Der Angeklagte geriet darüber so in Wut, dass er seinem Vater mehrfach mit der Faust ins Gesicht schlug und ihn trat. Dann holte der 21-Jährige ein Hackmesser aus der Küche und ging auf seine Stiefmutter los, schlug ihr ins Gesicht und drohte beiden an, sie zu töten, wenn sie ihm kein Geld gäben. Der Angeklagte ergriff erst die Flucht, nachdem die Stiefmutter die Polizei verständigt hatte.

Ein harter Vorwurf – umso erstaunlicher ist es, dass der Vater alles zu unternehmen schien, um den Sohn zu schützen: Er entschuldigte dessen Fernbleiben damit, dass dieser vor drei Wochen umgezogen sei, allerdings sechs Wochen nach der Ladung. Als der Vorsitzende Richter Johannes Huismann überlegte, ob ein Haftbefehl erlassen werden solle, reagierte der Vater ex­trem ungehalten und lautstark auf den Plan des Gerichts.

Vater will nicht gegen
seinen Sohn aussagen

Er ließ sich kaum beruhigen und sagte, dass er gar nicht wolle, dass sein Junge vor Gericht gezerrt werde. „Darüber haben Sie nicht zu entscheiden“, so Richter Huismann streng. Er ließ die Prozessbeteiligten wissen, dass der Vater durch einen Anwalt bereits habe erklären lassen, von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch zu machen. Daraufhin der Verteidiger: „So wie der Vater reagiert, ist es wohl angebracht, Hilfsmittel wie einen Haftbefehl einzusetzen.“

Diese Entscheidung behielt sich das Gericht vor. Fortgesetzt wird der Prozess jetzt voraussichtlich erst im März nächsten Jahres.

Andrea Lorenzen-Maertin

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Kommentare
22.12.2010
17:28
Blockierter Kommentar.
von AsbergerMichel | #1

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