Seniorenberatung, gerne auch auf Türkisch

Aynur Karakus (links) und Nadire Karadas
Aynur Karakus (links) und Nadire Karadas
Foto: WAZ FotoPool

Moers..  Für Aynur Karakus und Nadire Karadas gibt es immer was zu tun: Neben ihren Sprechstunden im Repelner Seniorenbüro sind die beiden Frauen nun ehrenamtlich auch Begleiterinnen für Demenzkranke.

In einem dreimonatigen Pflegekurs lernten die beiden Repelnerinnen alles rund um die Pflege und den Umgang mit älteren, speziell demenzkranken Menschen.Am Ende gab’s ein Zertifikat von der Bundesknappschaft. „Für uns war das eine sehr bereichernde und lehrreiche Erfahrung“, erzählt Nadire Karadas. „Und dazu hat es auch viel Spaß gemacht.“

Sprachbarrieren

Erfahren im Umgang mit Senioren, egal, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, sind die beiden Frauen schon lange. Seit etwa zwei Jahren findet ihre Sprechstunde im Seniorenbüro, wo 14 Ehrenamtliche tätig sind, an jedem zweiten Freitag im Monat statt. Dann beraten sie ältere Repelner bei alltäglichen Problemen mit dem Mietvertrag oder der Krankenversicherung, gerne auch in türkischer Sprache.

Die Idee stammt von einem Modellprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen. „Wir haben gemeinsam überlegt, was das Seniorenbüro in Zukunft leisten kann“, erklärt Sabine Jarofka, Leiterin des Repelner Büros. „Dabei ging es auch um die Sprachbarriere, vor allem für ältere Migranten und wie man den Kontakt zu Mitbürgern mit Migrantenhintergrund verstärken kann“, so Jarofka. Das Angebot wurde reichlich genutzt. „Man hat gemerkt, dass der Bedarf da war.“ Mittlerweile gibt es jedoch auch andere Beratungsgebote im Stadtteil, so dass häufig andere Dinge im Vordergrund stehen. „Viele Rentner kommen einfach nur zum Quatschen“, sagt Karakus, die schon als kleines Kind Anfang der 1970er-Jahre mit ihren Eltern nach Deutschland kam. „Sie freuen sich, wenn man ihnen zuhört und mich interessiert es, was sie zu erzählen haben.“ Die Menschen haben Vertrauen zu den beiden. „Wenn wir nicht da sind, kommen in der folgenden Woche die Nachfragen, wo wir gewesen sind. Ein älterer Herr sagt immer, wir seien seine Engel, das macht uns natürlich stolz“, erzählt Karadas.

Ehrenamt macht der 42-jährigen Mutter von zwei Kindern einfach Freude. Neben ihrer Arbeit im Seniorenbüro hilft sie auch in der Moschee und beim Opstapje-Projekt, das die Startchancen von Kindern fördert. „Man bekommt so viel Dankbarkeit zurück, ich helfe einfach gerne“, so Karadas. Das Angebot, demenzkranken Senioren zu helfen, wurde bislang noch nicht wahrgenommen. „Es hat sich, denke ich, noch nicht so sehr herumgesprochen, dass es dieses Angebot im Seniorenbüro jetzt gibt“, meint Aynur Karakus. „Aber weil Demenz ein immer größeres Problem ist, wollen wir darauf gut vorbereitet sein.“

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