Senioren-Theater Moers sucht Mitspieler für die Bühne

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Was wir bereits wissen
Mittwochnachmittag wird im Gemeindesaal der evangelischen Kirche Meerbeck geprobt.

Moers..  Es ist Mittwoch Nachmittag, kurz nach halb drei. Im Gemeindesaal der evangelischen Kirche Meerbeck haben sich acht Frauen und ein Mann versammelt. Auf dem Tisch stehen Thermoskannen, Milchkartons, Süßstoff, dazu gibt’s für jeden ein Stück Stracciatella-Kirsch. „Kaffee und Tee bringen wir immer mit, den Kuchen haben wir ausnahmsweise“, sagt Marie-Luise Schirmbrand. Die Runde ist schließlich kein Kaffeekränzchen. Jede hat eine Mappe mit Texten vor sich liegen. Die Damen bilden das Moerser Seniorentheater. Derzeit suchen sie dringend neue Mitspieler.

Entstanden ist die Theatergruppe aus einem Volkshochschul-Kurs vor 24 Jahren. Von den Gründungsmitgliedern ist zwar niemand mehr dabei, aber das Motto lautet seitdem unverändert: „Lieber witzig mit 70 als ranzig mit 20“. Entsprechend diesem Slogan ist die Grundstimmung in der Truppe eher locker, die Stücke – teils gekauft, teils selbst geschrieben – sind humorvoll und witzig bis überdreht. „Wir mögen das, und unser Publikum möchte auch lachen“, erklärt Marie-Luise Schirmbrand. Die Themen spiegeln den Alltag. „Wartezimmer“ heißt einer, „Gespräch beim Frühstück“ ein anderer, oder „Hausarzt“.

„Da können wir improvisieren“

Zudem sind die Sketche in dem eineinhalbstündigen Programm fünf bis neun Minuten lang: „Wir spielen meist vor älteren Leuten“, sagt die Schauspielerin, „die können sich nicht so lange konzentrieren. Deshalb sind die Stücke kürzer.“ Und was ist, wenn die Konzentration auf der Bühne mal nicht so will und die Schauspielerin einen „Hänger“ hat? „Da können wir mittlerweile improvisieren“, grinst Marie-Luise Schirmbrand.

Sechs bis acht Auftritte hat das Senioren-Theater im Jahr, etwa in den Altenbegegnungsstätten der Awo, im Bürgerhaus Budberg, beim VdK in Asberg und im Johannes-Rau-Haus, auch die „Säule“ in Duisburg war schon dabei. „Einmal jährlich sind wir in Meerbeck im Gemeindehaus“, sagt Karin Marczak stolz. „Dann ist der Saal immer voll.“

Dort an der Bismarckstraße haben die Damen ein Heimspiel. Jeden Mittwoch von 14.30 bis 16.30 Uhr proben sie im Gemeindesaal. Bernhard Kruppa und Ernst Kaminski sind die einzigen Männer und ausschließlich für die Technik zuständig. „Acht Frauen fürs Theater – das ist zu wenig“, so Schirmbrand. Männer für die Bühne wären also besonders gern gesehen, aber natürlich sind auch Frauen willkommen.

Was ihnen am Theater so gut gefällt? Uschi Zok muss nicht lange überlegen: „Der Applaus ist schön. Und es hält uns geistig fit.“

Wer Interesse am Mitspielen hat, wendet sich Marie-Luise Schirmbrand unter 02843/38 14. Hier kann man die Truppe auch für einen Auftritt buchen.