Nachrichten aus Moers...
Schwarzarbeit in großem Stil
28.07.2008 | 22:07 Uhr 2008-07-28T22:07:52+0200GERICHT. Anklage gegen die Inhaber des Mietwagenunternehmens Wencek: Hartz-IV-Empfänger als Fahrer beschäftigt.
MOERS. Die gelben Mietwagen sind aus dem Stadtbild nicht wegzudenken, die Preise für eine Fahrt zum Duisburger Hauptbahnhof oder zum Düsseldorfer Flughafen konkurrenzlos billig - das Mietwagenunternehmen Wencek ist bekannt. Wie die Redaktion jetzt auf Anfrage erfuhr, könnte es damit bald aus sein: Eine Anklage wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 2,9 Millionen liegt beim Landgericht.
Drei Mitglieder der Familie Wencek sind angeklagt, im Zeitraum von 1999 bis 2006 diese enorme Summe hinterzogen zu haben. Auslöser der Ermittlungen war ein anonymer Anruf, der beim Hauptzollamt Emmerich einging und die Finanzkontrolle Schwarzarbeit auf den Plan rief. Es blieb allerdings nicht bei dem Verfahren gegen die Unternehmer: Wie Staatsanwalt Heinz-Joachim Moser bestätigte, wurde auch gegen rund 80 Fahrer der Mietwagenfirma ermittelt.
Bei den Fahrern lautet der Vorworf Leistungsbetrug. Sie sollen Hartz-IV-Leistungen bezogen und gleichzeitig Taxi gefahren sein - Schwarzarbeit. Die Redaktion konnte mit zwei ehemaligen Wencek-Fahrern sprechen. Ihre Namen sind der Redaktion bekannt.
1200 Euro brutto sind zu wenig bei vier Kindern
"Wir sind selber schuld", so einer der beiden Männer. Fast alle Fahrer seien auf das System aufgesprungen, als es ihnen von der Firma angeboten wurde, neben Hartz IV schwarz zu arbeiten. "Ich war vorher bei Wencek fest angestellt und hatte 1200 Euro brutto", so der Vater von vier Kindern. "Als ich die Möglichkeit hatte, dachte ich nicht nach." Jetzt muss er mit einer mehrmonatigen Bewährungsstrafe rechnen und außerdem der Arge 20 000 Euro zurückzahlen.
"Auch mit der Schwarzarbeit bin ich gerade so über die Runden gekommen", sagt der Familienvater. Er hat jetzt einen anderen Job und hofft, dass er die 20 000 Euro in kleinen Raten zurückzahlen darf.
Ein anderer Fahrer, der ebenfalls eine fünfstellige Summe zurückzahlen muss, bestätigt die Einkommensverhältnisse und den Vorwurf, dass die Fahrer von der Firma in die Schwarzarbeit gedrängt worden sein sollen. Er hofft darauf, dass er im September einen neuen Job findet und sich die Arge auf Ratenzahlungen einlässt. "Mein Sohn fängt jetzt an zu studieren", sagt er.
Kai-Uwe Klockmann, Rechtsanwalt einer der angeklagten Wencek-Familienmitglieder, bestätigt zwar das Verfahren, bestreitet jedoch die Höhe des entstandenen Steuerschadens: "Die 2,9 Millionen Euro beruhen lediglich auf Hochrechnungen. In Wirklichkeit sind wir weit von diesem Betrag entfernt. Da wurde mit einem grobmaschigen Kamm gekämmt." Zwei der Angeklagten seien zudem schon älter und schwer krank; für sie sei das Verfahren daher eine schwere psychische Belastung.
Wie Jürgen Ruby, Pressesprecher des Landgerichts Kleve, erkärte, ist noch kein Verhandlungstermin anberaumt.
Die Rückzahlungsansprüche, die die Arge beziehungsweise die Agentur für Arbeit gegen die Fahrer des Mietwagenunternehmens stellen, beruhen nach Auskunft einer Rechtsanwältin auf den Hochrechnungen der Staatsanwaltschaft. Bei einem ihrer Mandanten, so die Anwältin, habe sie sich schließlich mit der Arge auf ein Drittel der ursprünglichen Forderung geeinigt. In einem anderen Fall indes ging es um rund 24 000 Euro an Hartz-IV-Leistungen, die ein ehemaliger Fahrer zurückzahlen sollte. Viel zu reduzieren sei da allerdings nicht gewesen. (hr)
11:50
Heidi!! Das nach Nationalität geht das bezweifel
ich sehr.Es ist wohl viel mehr eine Frage des Glücks,Anwalt oder auch keinen Anwalt.Das bei Wencek war wohl eher Subventionen (Arge)auf Glück.Kein Fahrer hätte wohl dort gearbeitet,wenn
richtig abgerechnet wurde und die Firma Wencek
gebe es in der Form nicht!!!Der Zuschuß? hat es aktrativ gemacht.
09:49
mich würde mal interessieren welche fahrer voll die arge zurück zahlen müssen und bei welchen halbiert wurde oder die nicht zurück zahlen müssen
eigendlich müssten doch alle fahrer gleich behandelt werden haben doch alle das gleiche getan oder? oder hängt das von der nazionalität der fahrer ab?
14:42
Neu ist das nicht!
Es gibt sehr wenige Firmen wo es das NICHT gibt.
09:48
Was ist denn daran neu?
Das ist Eingeweihten - und derer gibt es in Moers viele - doch lange bekannt, was die beiden Firmen W. und B. da verhackstückelt haben...