Schule geht im Sommer an den Start

Schulleiter Bernd von Blomberg, Bürgermeister Christoph Fleischhauer und Karl-Heinz Theußen.
Schulleiter Bernd von Blomberg, Bürgermeister Christoph Fleischhauer und Karl-Heinz Theußen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Sommer soll es mit 15 Schülern in Repelen losgehen. Jeweils zwei Lehrer unterrichten über Jahre hinweg eine Klasse nach der Waldorfpädagogik.

Moers..  Schon im Sommer soll sie an den Start gehen: die neue Gemeinschaftsschule des SCI in den Räumen der Realschule am Jungbornpark. Sie wird auf der Grundlage der Steiner-Pädagogik arbeiten. Damit wird die Moerser Schullandschaft um das Angebot eines freien Trägers erweitert. Bürgermeister Christoph Fleischhauer, Freund und Förderer der Idee, stellte das Projekt gestern zusammen mit Karl-Heinz Theußen vom SCI und dem Schulleiter, Bernd von Blomberg, vor.

15 feste Anmeldungen gibt es bereits. Was auch die Voraussetzung für den Start ist. „Wir hoffen aber noch auf weitere Anmeldungen“, so von Blomberg. Wobei die Schule mit einer gemeinsamen Klasse 1 und 2 und vier Pädagogen ins Rennen geht. „Später, wenn mehr Schüler da sind, trennen wir die beiden Klassen wieder.“ Maximal 25 Kinder gibt es pro Klasse, davon vier bis sechs mit Förderbedarf. Jeweils zwei Lehrer unterrichten eine Klasse – über Jahre hinweg wird gemeinsam gelebt und gelernt.

„Der Grundgedanke ist ein längeres gemeinsames Lernen ohne Schulwechsel von behinderten und nicht behinderten Kindern“, erklärt Theußen die Idee des SCI, sich jetzt auch auf dem Kerngebiet der Schule zu engagieren. „Wir bieten schon vieles rund um den Schulbetrieb an, beispielsweise den offenen Ganztag.“ So werde auch die neue Schule von der SCI-Küche versorgt. Um 15 Uhr endet der Schultag, danach gibt es Betreuung auf Wunsch.

Keine Konkurrenz für andere Moerser Schulen

Auf keinen Fall wolle man eine Konkurrenz sein: „Bei 850 Einschulungen in Moers tun unsere Schüler wohl nicht weh.“ Die neue Schule ist für die Klassen 1 bis 12 ausgelegt. „Das Abitur werden wir in Kooperation mit einer anderen Schule anbieten“, sagt der Schulleiter. Der Sonderpädagoge ist derzeit noch an drei Krefelder Grundschulen aktiv. „Ich weiß daher sehr gut, wie groß der Druck auf die Eltern ist, wenn es darum geht, ihre Kinder zu einer weiterführenden Schule zu schicken.“ Dies entfalle bei der Gemeinschaftsschule. „Wir haben jetzt schon viele Nachfragen nach dritten, vierten und fünften Klassen.“ Was aber leider nicht möglich sei, die Schule baue sich von Jahr zu Jahr auf.

Die Räume in der auslaufenden Realschule anzumieten, sei eine gute Lösung, meint Theußen. Obwohl er nach wie vor eine Gemeinschaftsschule in Meerbeck befürworte. „Aber die normative Kraft des Faktischen...“ So sei die Politik wohl froh gewesen, dass der Schulstandort in Repelen erhalten bleibe und die Räume weiter genutzt würden. „Sie werden hier keinen Gegner der Gemeinschaftsschule finden“, unterstrich denn auch der Bürgermeister. Zum Plan gehört, die Schule im Leben des Ortsteils gut zu vernetzen.

Grundlage ist der Lehrplan der Waldorfschulen

Grundlage für den Unterricht sind der Lehrplan der Waldorfschulen und die anthroposophische Heilpädagogik. Neben klassischen Fächern (die Kinder beginnen mit der Fremdsprache Französisch) wird auch in Bildhauerei, Malen, Handarbeit, Gartenbau oder Schauspiel unterrichtet. „Wir streben eine Mitgliedschaft im Bund der Waldorfschulen an“, erläutert der Schulleiter.

Eltern zahlen für ihr Kind etwa 180, 190 Euro im Monat. „Bei uns wird keiner aus finanziellen Gründen abgelehnt. Wir sind eine Solidargemeinschaft. Einige zahlen weniger, dafür andere etwas mehr.“ Man wolle auch keine Eliteschule sein, sondern strebe eine gesunde Mischung der Schüler an. „Aber auch wir müssen kostendeckend arbeiten“, so Theußen. Die Elternbeiträge deckten die fehlenden 13 Prozent Kosten ab, die das Land nicht zahle.