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Schüler stehen zu Naina

23.01.2015 | 05:00 Uhr
Schüler stehen zu Naina
Foto: Ulla Michels

Moers. Die 17-jährige Kölner Schülerin Naina löste mit ihrer Aussage: „Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ‘ne Gedichtsanalyse schreiben. In vier Sprachen“, eine kontroverse Debatte über Sinn und Unsinn der Unterrichtsstoffe in Schulen ausgelöst. Die Redaktion fragte Schüler des Grafschafter Gymnasiums, was sie von der Aussage der 17-Jährigen halten.

Naina war überwältigt von der medialen Aufmerksamkeit – dabei wollte sie eigentlich nur ihre Schulfrustration ausdrücken. Sie bekommt viele negative Kommentare, ob auf Facebook, über die Presse, im Gespräch. In diesen wird ihre Meinung kritisiert und behauptet, sie hätte es bei ihren Eltern lernen sollen.

Auch Lehrer scheinen der Meinung zu sein, dass die Schüler die Grundlagen wie lesen und schreiben gelernt haben, so dass sie zum Beispiel Steuern jetzt verstehen müssten. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) Köln spricht da von subjektiven Ansichten. „Nicht für die Schule sondern fürs Leben lernen wir“, so ein Sprecher der GEW, „Man kann nicht alles der Schule aufbürden.“

„Dumm und fahrlässig“

Nainas Schulleitung erklärte zum einen, dass Nainas Aussage „dumm und fahrlässig“ gewesen sei. Sie sagte jedoch auch, dass sie ihre Schüler zu Menschen erziehe, die selbstbewusst ihre Position vertreten können. Auch Politiker äußern sich mittlerweile zu dem Thema, manche stimmen ihr zu, manche nicht.

Die Moerser Schüler dagegen sind ziemlich geschlossen einer Meinung. Justin Wermann (17) hat auch schon von dem Thema gehört. Er ist überrascht, dass Nainas Beitrag auf Twitter so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Dabei wurde das Thema doch schon öfter angesprochen. Er stimmt er Naina teilweise zu: Es gebe viele Dinge, die man fürs spätere Leben in der Schule nicht lerne. Adrian Lachenich (16) stimmt Justin zu. Er ergänzte, dass was man in der Schule lernt wichtig und notwendig ist. Er glaubt, dass es aber trotzdem noch anderes in der Schule zu lernen geben sollte.

Auch die Mädchen sind ähnlicher Meinung. Lea Krützberg (18) hat auf Facebook von dem Thema gelesen. Sie versteht Naina. Lea erzählte, in der Schule werde man über das Thema Beruf gut aufgeklärt – aber, „Beruf hin oder her“, so die Schülerin, ebenfalls wichtige Dinge lerne man nicht, wenn man diese nicht von den Eltern erklärt bekomme.

Thema wurde zu spät aufgegriffen

Die 17-jährige Isabell Dodig hat übers Fernsehen von Naina und ihrer Kritik am Schulsystem erfahren. Sie meint, man solle einen Projektkurs zu dem Thema anbieten. Das was man in der Schule lernt, reiche nicht. Kyra Karaca unterstützt Nainas Aussage komplett. Die 19-Jährige meint, das Thema sei viel zu spät aufgegriffen worden. Es gebe eine große Auswahl von Fächern, aus denen man zu viele wählen müsse. Dabei werde man in diesen Fächern gar nicht auf das Leben vorbereitet. Dinge wie Versicherungen kämen viel zu kurz in der Schule.

Anne Paul und Miguel Rouland

Kommentare
25.01.2015
21:05
Andere Meinung
von essenberger | #2

Der erste Kommentar grenz ja schon an "Verschwörungstheorie".
Zum Thema: Das Leben besteht auch aus dem Sammeln von eigenen Erfahrungen und nicht nur...
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2015-01-23 05:00
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