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Schokoticket mit Schönheitsfehlern

02.02.2010 | 07:00 Uhr

Moers. Jahrelang wurde darum gerungen, jetzt soll es wenigstens in eine einjährige Probephase gehen – auf den ersten Blick ist die Einführung des so genannten Schokotickets eine feine Sache. Schüler können für einen monatlichen Betrag nicht nur zur Schule fahren.

Sondern beispielweise auch von Moers nach Emmerich und sogar bis Dortmund. Mit Beginn des Schuljahres 2010/2011 soll es an fünf Schulen erprobt werden, so der gestrige Beschluss des Schulausschusses.

Leider hat das Moerser Schokoticket derzeit noch einen Schönheitsfehler: Familien, die Hartz IV beziehen, zahlen von ihrem wenigen Geld genauso viel fürs Ticket wie Doppelverdiener. Eine Tatsache, die den Ausschussmitglieder gestern fast „hörbar” die Sprache verschlug.

Unterschiedliche Preise für Freifahrer und Selbstzahler

Das Projekt unterscheidet „Freifahrer” und „Selbstzahler”. Erstere sind die Schüler, die so weit von der Schule entfernt wohnen, dass sie einen Anspruch auf Fahrkostenerstattung haben. Für sie kostet das Schokoticket 11,20 Euro im Monat. „Selbstzahler hingegen sind die Schüler, die keinen Anspruch auf Kostenerstattung haben, sich aber dennoch die Vorteile des Tickets sichern wollen – macht monatlich 27,65 Euro.

An dem Modell für Moers lasse sich hinsichtlich einer Befreiung für Hartz IV-Empfänger jetzt nichts ändern, so ein Vertreter der Niag, aber „beim VRR zeichnet sich was ab in Sachen Sozialticket”.

Bei einer Enthaltung stimmte der Ausschuss geschlossen für den Start des Projekts. Eingeführt wird es bei der Heinrich-Pattberg-Realschule, der Herrmann-Runge-Gesamtschule sowie drei Gymnasien: Adolfinum, Grafschafter und Filder Benden.

Was ist mit Schülern, die in Nachbarstädten wohnen?

Zur Teilnahme gezwungen worden sei, so der Erste Beigeordnete Hans-Gerd Rötters, keine der Schulen, vielmehr war es deren eigener Wunsch. Am Gymnasium Rheinkamp wurde in dem Fach „Forschen und Entwickeln” eine Schülergruppe damit betraut herauszufinden, ob das Schokoticket Zustimmung unter den Schülern Zustimmung oder nicht. Das Ergebnis lautete: Zustimmung. Sollte es nach dem Modellprojekt eingeführt werden, ist Rheinkamp dabei.

Noch nicht geklärt ist allerdings die Frage, ob Schüler, die beispielsweise in Neukirchen-Vluyn wohnen und in Moers eine Schule besuchen, auch in den Genuss des Schokotickets kommen können.

Harry Seelhoff

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Kommentare
26.04.2010
17:03
Schokoticket mit Schönheitsfehlern
von Claudia Winterott | #1

Meine beiden Kinder kommen in den Genuß des Schokotickets, ich bezahle dann ab nächstem Schuljahr 206,40 Euro für eine Leistung, die wir eigentlich nicht brauchen. Meine Kinder sind 11 und 13 Jahre alt. Ich weiß nicht, was sie in Kleve, Dortmund oder Emmerich sollten. Ich möchte, lediglich, dass die Kinder weiter mit dem Bus zur Schule fahren können. Dafür zahle ich bis jetzt, Dank der 5km-Regelung, nichts!. 206,40 Euro sind auch für Nicht-Sozialhilfeempfänger viel Geld und dafür könnte man auch jede Menge Einzelfahrten für außerschulische Fahrten kaufen.

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