Schafe sind willkommene Hilfe

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Neukirchen-Vluyn..  Mia, Molly und Merri werden bald in einem Stall bei einer Kleinbauernfamilie in Bosnien stehen. Die drei Schafe wurden vom Kindergarten in Sonsbeck gespendet und werden durch den Neukirchen-Vluyner Heribert Hölz und seine Frau Ursula dort bei der nächsten Bosnienreise gekauft und übergeben. Hilfe zur Selbsthilfe: „Wir wollen den Menschen dort im eigenen Land helfen, was mehr Sinn macht, als sie hier als Flüchtlinge aufzunehmen“, unterstreicht Hölz. Mit den unterschiedlichsten Projekten tut er dies schon seit vielen Jahren.

So startete er im Sommer eine Aktion in 130 Kindergärten, Grund- und weiterführenden Schulen am ganzen Niederrhein: Spenden sammeln für ein Schaf. Das Tier kostet etwa 130 Euro und ist eine willkommene Hilfe für arme Bauersfamilien in Bosnien. „Schafen spenden Milch, Butter, Käse und Wolle“, so Hölz. Dies sei gerade für die kleineren Kinder anschaulich. Mit viel Eifer hätten sich die Schüler mit dem Thema beschäftigt, auch Plakate gemalt und Schafe gebastelt. Lohn der Mühen: „Wir haben Geld für rund 50 Schafe zusammen bekommen“, freut sich Hölz. Was wiederum für ihn bedeute, dass er bei der nächsten Reise im März in Bosnien etwa 50 Schafe fotografieren müsse, und zwar mit ihren Namensschildern, von den Kindern gebastelt.

Nach der großen Flut gebe es in Bosnien immer noch viele Familien, die weder Stuhl noch Bett hätten, schildert Hölz. Einer bedürftigen Familie hatte er bei seiner letzten Fahrt Geld zur Renovierung ihres Häuschens hinterlassen. „Jetzt kann sie dort wieder mit dem Nötigsten leben, wenn auch auf engstem Raum.“

Die Suppenküche der bosnischen Caritas in Zenica (20 000 Euro jährlich) kann und wird weiter betrieben. Dort kocht man täglich 121 Essen für bedürftige, vor allem ältere Menschen.

Die Alten- und Krankenhilfe (jährlich 25 000 Euro) in den beiden Orten Bosanska Gradiska und Kottor Varos: Dort finanziert Hölz zwei Krankenschwestern zur Betreuung von Senioren, die alleinstehend sind und um die sich keiner kümmert. „Wir zahlen auch die Medikamente und Arztkosten.“

Nicht zuletzt das Projekt der Patenschaften für Familien, das es schon seit Beginn der Transporte gibt. „Die Spender fördern dabei eine bosnische Familie monatlich mit 25 Euro, ein Jahr lang.“

An den beiden Schulen in Travnik finanziert Hölz eine kleine Landwirtschaft, damit die Internatsschüler besser versorgt werden können. Im Sommer kaufte er zu diesem Zweck eine Kuh für 1000 Euro. Und an der neuen Obstplantage in Bijelo Brdo wird es nächsten Sommer wohl die erste richtige Ernte geben. „Die Vermarktung dort ist auch gesichert.“