Sänger feierten schon 1909

Moers..  Zum Waldfest in der Waldlust ruft der Männergesangverein Teutonia Schwafheim am kommenden Wochenende. Es ist das 50. Waldfest. Doch die Tradition reicht noch viel weiter zurück.

Das Waldfest, das jährlich an der Waldlust unter den Wipfeln der alten Bäume gefeiert wird, geht, wie man der vergilbten Chronik entnehmen kann, bereits auf das Jahr 1909 zurück.

Noch eine Gaststätte

Damals herrschte im „Hause Waldlust“, in dem sich noch eine Gaststätte befand, neben dem jetzigen Festplatz sonntags ein frohes Leben und Treiben. Einmal im Jahr, es war meist im Juli, fanden sich die Sänger des MGV Teutonia ein, um dem Publikum einen Strauß bunter Melodien vom Sommer, von der Liebe und vom Wein darzubringen. In den späteren Jahren, noch bevor der heutige Kindergarten das Haus zu neuem Leben erweckte, lag die „Waldlust“ das ganze Jahr über in einem Dämmerschlaf.

Der Gedanke eines Waldfestes, so wie es jetzt gefeiert wird, entstand nach einem Besuch Anfang der 60-er Jahre bei einem befreundeten Gesangverein im Bergischen Land: Dort gab es ein Waldfest.

Der Gedanke: Was die im Bergischen Land können, das können wir in Schwafheim auch. So wurde die Idee geboren, an alter Stätte (Waldlust) ein Waldfest über zwei Tage zu veranstalten. Am 24. und 25. Juli 1965 stieg das erste Waldfest der aktuellen Art.

Es läuft unter der Regie des MGV Teutonia, und das in diesem Jahr bereits zum 50. Mal. Alle anfallenden Arbeiten, wie Zapfen, Kellnern, Auf- und Abbau der Waldfesteinrichtungen werden ausschließlich von den Vereinsmitgliedern, deren Frauen sowie den hilfreichen Händen der Sängerrinnen des Schwafheimer Frauenchores vorgenommen.

Vors Publikum getreten

Doch selbst in dem hektischen Treiben legen die Sänger jeweils am Sonntagmorgen kurzzeitig ihre Arbeit nieder, um vor das Publikum zu treten, heute jedoch bei einem Sonntagskonzert unter der musikalischen Mitwirkung des Schwafheimer Frauenchores sowie weiterer befreundeter oder benachbarter Gesangvereine.

Eine lange Theke

In den Anfängen der Waldfestes gab es noch keine Getränkewagen auf dem Gelände. Es wurde aus Holzbohlen eine lange Theke zusammengebaut, an der mobile Zapfanlagen aufgestellt wurden. Die Unterhaltungs- und Tanzmusik wurde von drei Chormitgliedern dargeboten. Als Bühne diente die alte Terrasse des ehemaligen Wirtshauses, später wurde als Bühne die Ladefläche eines Lasters umfunktioniert.

Heute ist das weithin bekannte Waldfest, das jährlich Hunderte von Menschen aus Nah und Fern anzieht, so organisiert, dass die Bühne in einem Tag auf- und abgebaut werden kann.

In der Tat: Am Montagabend zeugt nichts mehr von dem jährlichen Ereignis. Dem Platz ist von dem Trubel, der dort stattgefunden hat, so gut wie nichts mehr anzumerken. Nach dem Abbau können dann alle am Fest Beteiligten auch selbst feiern.

Das Waldfest im Freien war und ist ständig von der Laune des Wettergottes abhängig. So mussten im Jahr 1984 die Bauteile der damaligen Tanzfläche für die Konstruktion eines Regendaches verwendet werden.